Lastminute.com kehrt im ersten Halbjahr in die Gewinnzone zurück

(Zusammenfassung)
14.09.2016 17:05

Amsterdam/Chiasso (awp) - Der Online-Reiseanbieter Lastminute.com ist im ersten Semester 2016 auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Der Umsatz stieg deutlich an, und unter dem Strich resultierten wieder schwarze Zahlen, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust verbucht worden war. Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich das Management weiterhin zuversichtlich und passt die Jahresziele nach oben an.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um über 8% auf 133 Mio EUR an, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Zuwachs ist dabei hauptsächlich auf die volle Konsolidierung von Lastminute.com zurückzuführen, die im Vorjahr erst ab März in die Rechnung miteingeflossen war. Die Plattform, deren Name anstelle von Bravofly Rumbo als neuer Unternehmensname installiert wurde, war Anfang 2015 übernommen worden.

RÜCKKEHR IN DIE GEWINNZONE

Fortschritte machte das Unternehmen im ersten Halbjahr vor allem bei der Profitabilität. Der bereinigte EBITDA verbesserte sich markant auf 17,3 Mio EUR von 2,8 Mio in der Vorjahresperiode und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 5,0 Mio nach einem Fehlbetrag von 4,5 Mio im Vorjahr.

Das Unternehmen macht für den Anstieg erste Synergien aus der Übernahme, sowie tiefere Personalkosten und Marketingausgaben verantwortlich. So verbesserte sich das Verhältnis der Marketingausgaben zum Umsatz auf 41,4% von 47,7% im Vorjahr. Die Zielvorgabe für 2017 von 42% sei damit bereits erreicht, hiess es.

GROSSBRITANNIEN WIRD WICHTIGSTE REGION

Mit Blick auf die Regionen hat sich das Gewicht der Gruppe in der neuen Struktur verschoben. Mit einem Umsatzanteil von 24% war Grossbritannien im ersten Halbjahr die neu wichtigste Region, gefolgt von Frankreich (23%), Italien (20%), Spanien (14%) und Deutschland (7%). Für die weitere Entwicklung liegt der Fokus weiterhin auf diesen fünf Hauptmärkten", sagte CEO Fabio Cannavale an einer Telefonkonferenz.

Bei den verschiedenen Geschäftsfeldern sticht die Entwicklung des Bereichs Meta (Jetcost) hervor, wo die Umsätze sich im ersten Semester auf gut 17 Mio EUR mehr als verdoppelten. Auch der Bereich "Travel&Leisure" verzeichnete einen Zuwachs von 17% auf knapp 49 Mio. Rückläufig war dagegen das nach wie vor grösste Geschäft mit Flugvermittlungen (-9% auf 67 Mio). Dort sei der Fokus verstärkt auf profitable Buchungen gelegt worden.

ZIELE FÜR 2016 ERHÖHT

Aufgrund der Ergebnisse zum Halbjahr wird die Zielsetzung für das Gesamtjahr 2016 nach oben angepasst. Neu geht das Unternehmen von einem bereinigten EBITDA von mehr als 27 Mio EUR aus, bei einer Marge von über 10%. Im Mai war noch ein EBITDA von über 25 Mio EUR erwartet worden. Diese Guidance sei aus operativer Sicht "eher konservativ", zumal keine Abschwächung erwartet werde, so CFO Francesco Guidotti. Allerdings habe das Management so einen grösseren strategischen Handlungsspielraum.

Die Nettocashposition lag per Mitte Jahr bei 71 Mio EUR nach 68 Mio per Ende 2015. Die solide Bilanz erlaube es dem Unternehmen auch weiterhin nach Akquisitionen Ausschau zu halten, sagte Cannavale. "Wir haben derzeit eine gut gefüllte Pipeline mit Möglichkeiten." Auch grössere Übernahmen seien denkbar.

Weiter wurde heute bekannt, dass der ehemalige CEO und derzeitige Stellvertreter Francesco Signoretti das Unternehmen per Anfang November verlassen und auch sein Amt als Verwaltungsrat abgeben wird. Im Zuge der Restrukturierung hatte der ehemalige VR-Präsident Cannavale per Anfang Jahr den CEO-Posten von Signoretti übernommen.

An der Börse wurden die Neuigkeiten freundlich aufgenommen, gaben die Gewinne im Handelsverlauf aber weitgehend wieder ab. Bis um 16 Uhr legen die Aktie um 0,7% zu, gestartet waren sie noch mit einem Plus von 4,3%. Analysten verwiesen in den Kommentaren in erster Linie auf die unerwartet stark verbesserte Profitabilität.

an/rw

(AWP)