Lastminute.com prüft Rückkauf von einem Drittel der Aktien - Zahlen etwas besser

(Ergänzt um Details zu den Halbjahreszahlen) - Die Online-Reiseagentur Lastminute.com steht vor einer Umstrukturierung. Durch die Einberufung eines Sonderausschusses soll der Rückkauf von einem Drittel des gesamten Aktienkapitals geprüft werden. Auf einer ausserordentlichen Generalversammlung im September soll dann der Ausschuss zur Durchführung der Transaktion autorisiert werden, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.
10.08.2017 08:41

Sollte der Sonderausschuss die Transaktion gutheissen, sollen innerhalb von 18 Monaten nach der a.o. GV die Anteile zurückgekauft werden, wobei der Preis ein Agio von maximal 20% des Schlusskurses (an der SIX) am Handelstag vor Veröffentlichung des Prospekts zum Rückkaufangebot nicht überschreiten dürfe. Die dann erworbenen Anteile sowie die bereits im Besitz des Unternehmens befindlichen Aktien sollen annuliert werden.

"Die Gruppe führt derzeit eine komplette Umstrukturierung durch, um ihre Mission umzusetzen", wird Verwaltungsrats-Präsident Ottonel Popesco zitiert. "Wir vom Verwaltungsrat sind der Überzeugung, dass eine Konsolidierung der Kapitalstruktur der Gruppe eine Option ist, die es im Interesse des Unternehmens zu prüfen gilt."

ZAHLEN ETWAS BESSER ALS ANGEKÜNDIGT

Die Zahlen für das erste Halbjahr sind derweil etwas besser ausgefallen als zunächst angekündigt. Der Umsatz sank um 2,2% auf 130,3 Mio EUR - im Juli war das Unternehmen noch von einem Rückgang um 4,5% ausgegangen. Der bereinigte EBITDA brach um gut 45% auf 9,5 Mio ein. Im Juli hatte das Unternehmen bereits einen Rückgang im Rahmen von 45-47% in Aussicht gestellt. Während die Marketingkosten mit 55,4 Mio in etwa gleich blieben, stiegen die Personalkosten um knapp 29% auf 31,0 Mio deutlich an.

Unter dem Strich resultierte für das erste Semester noch ein knapper, den Aktionären zurechenbarer Reingewinn von 0,4 Mio nach einem Gewinn von 5,0 Mio im Vorjahr. Angekündigt war ein Verlust von 1,5 Mio bis zu einem Gewinn von 2,0 Mio.

Bei den dynamischen Angebotspaketen lag das Umsatzplus bei 22% - in Grossbritannien sei diese Kategorie das am meisten verkaufte Produkt der Gruppe. In Frankreich stiegen die Erträge aus Reiseveranstalterpaketen um 20%. Standardisierte Produkte litten aber nach wie vor. So sei das Fluggeschäft, das immerhin über 40% des Gesamtumsatzes der Gruppe ausmache, durch gesunkene Margen beeinflusst worden.

Auch das Meta-Geschäft legte weiter zu und steigerte den Umsatz um 32%. Allerdings seien weitere Verbesserungen nach dem kräftigen Umsatzplus im Vorjahr schwer vorstellbar, heisst es von CEO Fabio Cannavale im Halbjahresbericht.

Bereits im Juli wurde der Ausblick für 2017 bestätigt. Demzufolge will Lastminute.com bei Umsatz und EBITDA das Vorjahresniveau erreichen.

dm/uh

(AWP)