Laut Studie erhält jede dritte Person beim RAV kein Taggeld

Jede dritte Person, die sich vom RAV abmeldet, hat keine Taggelder erhalten. Eine Studie zeigt nun, dass viele von ihnen sich zwischen zwei Stellen befinden. Um sie sorgen sich die RAV kaum, da sie meist gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
04.04.2017 16:42

Ein Drittel aller Nichtleistungsbezüger sind Erwerbstätige in der Kündigungsfrist, wie die Studie "Stellensuchende ohne Leistungsbezug" der Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA zeigt, die am Dienstag publiziert wurde.

Bei den Stellensuchenden ohne Leistungsbezug handelt es sich gemäss der Studie tendenziell um jüngere Personen, die durchschnittlich 42 Tage bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) angemeldet bleiben. Die Mehrheit, 55%, sind Männer; Schweizer und Ausländer halten sich die Waage. Die meisten haben einen Sekundarstufe II Abschluss.

OFT IST EXTERNE STELLE ZUSTÄNDIG

Schwieriger in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die 15% der Nichtleistungsbezüger ausmachen. Ausgesteuerte und Berufs- und Wiedereinsteigerinnen machen je weitere 10% aus.

Acht Prozent der Personen, die vom RAV keine monetäre Leistung erhalten, stammen aus dem EU-Raum. Jeweils 4% sind Familiennachzüger sowie vorläufig Aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge.

Bei 40% der Betroffenen ist eine externe Stelle für die Fallbearbeitung zuständig, wie AMOSA in der Studie schreibt. Das "schwache Arbeitsmarktintegrationspotenzial" dieser Personen stelle Personalberatende vor Herausforderungen.

Schwierig sei die Qualifizierung von Nichtleistungsbezügern, weil rechtliche und auch finanzielle Hürden den Zugang zu Kursen und anderen Fördermassnahmen einschränkten. Zudem benötigten diese Personen mehr Betreuungsaufwand.

ANSTRENGUNGEN DER KANTONE

Die Kantone sind sich jedoch der Herausforderungen bewusst, wie AMOSA aufzeigt. In vielen Kantonen würden bereits erfolgreich Aktivitäten für Nichtleistungsbezüger angeboten, die Behörden arbeiteten verstärkt zusammen, Schnittstellen würden optimiert und die Fall-Transparenz verbessert.

Die Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich (AMOSA) führt im Auftrag der Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Zug und Zürich wissenschaftliche Studien zu praxisbezogenen Themen des Arbeitsmarktes durch.

Für die vorliegende Studie wurden die Abmeldungen vom RAV im Jahr 2014 analysiert. Zudem wurden RAV-Personalberatende befragt und Interviews mit Fachleuten aus Institutionen ausserhalb der Arbeitsmarktbehörden geführt.

(AWP)