Lem hält im Halbjahr den Umsatz stabil, steigert aber Gewinn deutlich

(Zusammenfassung)
10.11.2016 12:45

Zürich (awp) - Der Elektronik-Komponentenhersteller Lem hat im ersten Semester des Geschäftsjahrs 2016/17 (per Ende September) den Umsatz stabil gehalten, den Gewinn aber klar gesteigert. Dabei war das erste Quartal umsatzmässig stärker, während die Verkäufe im zweiten Quartal etwas zurückgingen. Immerhin legte der Auftragseingang im zweiten Quartal erneut zu, womit die Book-to-bill-Ratio eine kurzfristig zumindest stabile Entwicklung erwarten lässt. Entsprechend sieht auch der Ausblick einen im zweiten Halbjahr wenig veränderten Umsatz vor.

Der Umsatz im ersten Semester zog gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8% auf 132,6 Mio CHF an, ging indes in Lokalwährungen um 0,8% zurück. Der Auftragseingang legte gleichzeitig um 4,3% auf 132,3 Mio zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

Die Entwicklungen in den letzten sechs Monaten seien je nach Geschäftsfeld sehr unterschiedlich verlaufen. Während der Umsatz im Antriebs- und Schweissgeschäft sowie bei den umweltfreundlichen Automobilen zugenommen habe, sei die Entwicklung im Traktionsgeschäft nur schleppend verlaufen und Anlageinvestitionen in erneuerbare Energien hätten unter den Erwartungen gelegen. Nach Regionen betrachtet gingen die Verkäufe in Europa und China zurück, während in Nordamerika und im Rest Asiens ein positiver Trend verzeichnet wurde.

AUTOMOBILSEGMENT WÄCHST KRÄFTIG

Von den beiden Geschäftssegmenten verzeichnete das grössere Industriesegment ein Umsatzminus von 3,0% auf 107,0 Mio CHF (LW -4,5%), wogegen das Automobilsegment mit einem währungsbereinigten Plus von über 18% auf 25,6 Mio CHF kräftig wuchs. Dieses Wachstum sei ohne Kompromisse bei der Produktequalität oder der Zuverlässigkeit zustande gekommen, erklärte CEO Francois Gabella an einer Telefonkonferenz.

Trotz des insgesamt stagnierenden Umsatzes hat Lem den EBIT um knapp 11% auf 27,5 Mio CHF und die entsprechende Marge um 180 Basispunkte auf 20,7% markant verbessert. Der Reingewinn erhöhte sich dabei um knapp 12% auf 22,1 Mio.

Das zweite Quartal (Juli bis September) gesondert betrachtet ergab einen Rückgang des Umsatzes um 6,2% auf 65,7 Mio CHF, wogegen der Auftragseingang um 1,6% auf 67,1 Mio anzog. Gabella führte diesen Dämpfer auf einen positiven Produkteffekt im Vergleichsquartal des Vorjahres zurück und zeigte sich deshalb nicht sonderlich beunruhigt. Wichtiger sei die Betrachtungsweise über das gesamte Halbjahr.

HÖCHSTENS MODERATES WACSHTUM IM GESAMTJAHR ERWARTET

Für das gesamte Geschäftsjahr 2016/17 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 260 und 270 Mio CHF (VJ 261,5 Mio) sowie eine EBIT-Marge im Bereich von 20% in Aussicht. Den geltenden Zielkorridor für diese Marge von 15% bis 20% bestätigte der CEO. Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2016/17 sei in den meisten Regionen mit einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld und einer stetigen Entwicklung im Industriesegment zu rechnen, hiess es zum Ausblick weiter.

"Wir sehen kurzfristig weder einen Aufschwung noch einen Abschwung", bekräftigte Gabella diese Aussicht. Die Wahl von Donald Trump zum kommenden US-Präsidenten wollte Gabella nicht näher kommentieren, dazu sei es noch zu früh. An der Prognose für das Gesamtjahr ändert sich dadurch jedenfalls nichts.

Ändern will das Unternehmen aber die Ausgaben für Forschung & Entwicklung, nämlich nach oben. Bisher hätten diese bei rund 6% des Umsatzes gelegen, erklärte Gabella. Künftig dürften es 1 bis 2 Prozentpunkte mehr sein. "Wachstum ist für uns eine Herausforderung", so Gabella. Deshalb müssten mit den erhöhten F&E-Ausgaben mehr neue Produkte mit einer besseren Effizienz entwickelt werden. Insbesondere im Automobilsegment soll das Produktportfolio deutlich ausgeweitet werden.

An der Börse büssen Lem bis am Mittag gut 4% an Terrain ein. Insbesondere der Umsatz im Industriesegment im zweiten Quartal hat die Erwartungen der Börsianer klar verfehlt.

cf/tp

(AWP)