Lem mit tieferem Umsatz und EBIT im dritten Quartal - Prognose bestätigt

(Zusammenfassung) -les-Ouates (awp) - Der Komponentenhersteller Lem hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (per Ende Dezember) bei Umsatz und Betriebsgewinn gegenüber der Vorjahresperiode einen Rückgang verbucht. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wird jedoch bestätigt und die Erwartung bei der EBIT-Marge sogar leicht angehoben.
16.02.2017 12:11

"Wir haben das erste Mal seit langem wieder eine Book-to-Bill Rate über eins und auch in Japan sehen wir positive Anzeichen", sagte CEO Francois Gabella am Donnerstag an einer Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen.

UNBESTÄNDIGES GESCHÄFTSKLIMA IN DEN ERSTEN NEUN MONATEN

Der Umsatz verringerte sich um 3,0% auf 65,1 Mio CHF während der Auftragseingang um 0,6% auf 67,7 Mio anstieg. Die Book-to-Bill-Ratio erreichte damit 1,04 nach 1,00 in der Vorjahresperiode, wie Lem am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank derweil um rund 10% auf 14,1 Mio CHF, und unter dem Strich blieb ein um 9,5% tieferer Reingewinn von 10,6 Mio CHF.

Das unbeständige Geschäftsklima in den vergangenen neun Monaten (April bis Dezember) habe zu einer flachen Entwicklung geführt, heisst es weiter. So blieb der Umsatz mit 197,8 Mio CHF (VJ 198,7 Mio) stabil. Der EBIT wuchs demgegenüber um 2,5% auf 41,7 Mio und der Reingewinn wird mit 32,7 Mio um 3,8% höher angegeben.

RÜCKGANG IN CHINA - WACHSTUM IN NORDAMERIKA

Nach Märkten betrachtet habe man in den ersten neun Monaten im Industriesegment (Umsatz 159,5 Mio CHF, -3,0%) eine uneinheitliche Geschäftsentwicklung gesehen. Das Antriebs- und Schweissgeschäft verbuchte beim Umsatz ein Plus von rund 9%. Das Geschäft erneuerbare Energien und Stromversorgungen blieb mit einem Minus von 12% volatil. Ein Minus von 13% wies das Traktionsgeschäft auf.

Wachstum verbuchte das Automobilsegment (Umsatz 38,2 Mio, +12%) mit einem starken Geschäft bei umweltfreundlichen Automobilen (+64%) während konventionelle Automobile ein Minus von 7% aufwiesen. Im dritten Quartal habe die Verringerung der Subventionen für umweltfreundliche Automobile in China zu einer Verlangsamung geführt.

Regional betrachtet sank das Geschäft in China um 8%, während der Rest Asiens ein Wachstum von 6% verbuchte. Der mit rund 60% Anteil wichtigste Markt China habe in Franken gerechnet zwar einen klaren Rückgang verbucht, in Renminbi jedoch sei die Entwicklung deutlich stabiler gewesen. Die robuste US-Wirtschaft habe die Entwicklung in Nordamerika (+10%) unterstützt. Der Umsatz in Europa (-6%) wurde aber von einem schwachen Markt für erneuerbare Energien beeinträchtigt.

Die Marge sieht der Lem-Chef robust. "Dabei helfen auch die neuen Produkte, die gut vom Markt aufgenommen werden und teilweise günstiger produziert werden können", so Gabella weiter. Das Unternehmen hat zudem Teile der Produktion in eine neues Werk in Bulgarien verlagert. Hier würden inzwischen 225 Mitarbeitende arbeiten. Insgesamt wurden 15 Produktlinien von der Schweiz und aus Japan an den Standort verlagert.

UMSATZGUIDANCE BESTÄTIGT - EBIT-MARGE ÜBER 20% ERWARTET

Das Unternehmen rechnet mit einer stabilen Geschäftsentwicklung im vierten Quartal. Dabei könnten sich saisonale Faktoren wie etwas das Chinesische neue Jahr im Ergebnis niederschlagen. Die Kunden würden voraussichtlich vorsichtig bleiben und ihre Aufträge auch weiterhin kurzfristig vergeben, heisst es.

LEM hat die Umsatz-Guidance für das Geschäftsjahr 2016/17 mit einer Spanne von 260 bis 270 Mio CHF bestätigt. Die EBIT-Marge wird nun "voraussichtlich über 20%" erwartet, statt zuvor "im Bereich von 20%". Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten und uneinheitlichen Entwicklungen in den Zielmärkten und Regionen bleibe der Ausblick konservativ, so der CEO. Bei der Dividendenausschüttung halte man an der Renditemarke von 4% als Ziel fest, betonte der Lem-Chef.

Bei den Investoren werden die Zahlen verhalten aufgenommen und die Lem-Aktien verlieren 1,4% auf 994,50 CHF. Der Automobilbereich sei viel schwächer als erwartet ausgefallen, heisst es etwa bei Vontobel. Und auch im Sektor Industrie habe er beim Umsatz mehr erwartet.

yr/cf

(AWP)