Lem mit Umsatzplus - Automobilsparte legt deutlich zu

(Meldung um weitere Angaben ergänzt)
09.06.2016 08:48

Plan-les-Ouates (awp) - Der Elektronikkomponenten-Hersteller Lem hat im per Ende März beendeten Geschäftsjahr 2015/16 Auftragseingang und Umsatz leicht gesteigert und einen etwas höheren Reingewinn erzielt. Im kleineren Automobilsegment wurde deutliches Wachstum verbucht, insbesondere im Bereich umweltfreundliche Fahrzeuge. Auch im laufenden Jahr soll bei der Marge der Zielkorridor erreicht werden.

Der Auftragseingang legte im Gesamtjahr um 2,2% auf 256,5 Mio CHF zu und der Umsatz um 1,4% auf 261,5 Mio CHF. Wechselkursbereinigt betrug das Plus hier 3,6%, wie Lem am Donnerstag mitteilt.

Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT sank hingegen um 2,4% auf 52,9 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 20,2% von 21,0% im Jahr zuvor. Dabei werden negative Währungseinflüsse von 3,2 Mio als Belastung genannt. Der Reingewinn kam bei 43,5 Mio CHF zu liegen, was einem Anstieg von 0,8% entspricht. Mit den Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Reingewinn leicht übertroffen und beim EBIT knapp erreicht.

"Die weltweit schwachen Handels - und Fertigungsaktivitäten sowie der starke Schweizer Franken waren die Hauptursachen für die externen Herausforderungen, mit denen wir uns im letzten Jahr konfrontiert sahen", wird CEO François Gabella in der Mitteilung zitiert. "Das konsolidierte Ergebnis bestätigt jedoch, dass Lem in der Lage ist, selbst unter widrigen Bedingungen starke Margen zu erzielen." China bleibe der wichtigste Einzelmarkt und sei über alle Geschäftsbereiche gewachsen.

INDUSTRIESEGMENT STABIL - AUTOMOBIL MIT WACHSTUM

Das Industriesegment hat einen Umsatzrückgang von 2,7% auf 215,2 Mio CHF verbucht. Wechselkursbereinigt resultierte jedoch ein leichter Anstieg um 0,3%. In China legte der Umsatz zu, während er im Rest Asiens zurückging. Die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten hätten sich negativ auf die Unternehmensinvestitionen in Europa und Nordamerika ausgewirkt heisst es weiter. Im Geschäft erneuerbare Energien und Stromversorgungen sei der Marktanteil erhöht worden.

Der Umsatz im Automobilsegment erreichte 46,3 Mio CHF, was einem deutlichem Plus von 26% entspricht. Wechselkursbereinigt legte der Umsatz um knapp 24% zu. In allen Regionen wurde Wachstum verzeichnet, insbesondere jedoch in den USA (+14%), China (+55%), Japan (+13%) und Deutschland (+33%). Asien stieg mit 47% Umsatzanteil zur wichtigsten Region auf, auf China allen entfielen 31%. Der EBIT im Automobilsegment stieg auf 9,9 Mio CHF und verbuchte damit zum Vorjahr ein Plus von rund 130%. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 21,4% (VJ 11,8%). Der Anstieg sei dem Volumenzuwachs, der Währungssituation und einem günstigen Produkt-Mix zu verdanken, schreibt Lem weiter.

Währen im Markt konventionelle Automobile ein Plus von 11% erreicht wurde, stieg der Umsatz im Geschäft umweltfreundliche Automobile um 90%, was auch Marktanteilsgewinnen zu verdanken sei. In China hätten staatliche Subventionen für dieses Fahrzeugsegment das Geschäft zusätzlich gestützt.

DIVIDENDE GESENKT - EBIT-MARGE VON 15% BIS 20% ERWARTET

Der Verwaltungsrat schlägt die Ausschüttung einer Dividende von 35 CHF vor, und damit weniger als die 40 CHF im Vorjahr. Das entspreche einer Ausschüttungsquote von 91,7% und sei Zeichen des Vertrauens in die künftige Cashflow-Stärke des Unternehmens, heisst es weiter.

Für das neue Geschäftsjahr 2016/17 rechnet das Management mit einer stabilen Marktentwicklung und stabilen Umsätzen in den meisten Märkten. Lediglich in China wird - wenn auch verlangsamtes - Wachstum erwartet. Der Zielkorridor einer EBIT-Marge von 15 bis 20% für das Geschäftsjahr 2016/17 wird bestätigt.

Das Management rechne damit, dass die Geschäfte erneuerbare Energien und umweltfreundliche Automobile am stärksten zulegen, heisst es. Das instabile Währungsumfeld bleibe nach wie vor eine Herausforderung und unterstreiche, wie wichtig es sei, die globale Präsenz aller Aktivitäten anzupassen, schreibt das Unternehmen. Lem hatte zuletzt die Produktion in Bulgarien und China ausgeweitet, die Produktion in der Schweiz jedoch zurückgefahren.

yr/cf/ra

(AWP)