Leonteq erleidet 2016 scharfen Gewinnrückgang - Zusätzliche Kostenmassnahmen

Die auf strukturierte Produkte spezialisierte Leonteq hat im Geschäftsjahr 2016 wie angekündigt einen scharfen Gewinnrückgang erlitten. Der Reingewinn bildete sich auf 17,2 Mio CHF zurück nach 68,6 Mio CHF im Jahr davor. Die Aktionäre müssen auf eine Dividende für 2016 verzichten, nachdem sie 2015 noch 1,75 CHF je Titel erhalten hatten. Das Unternehmen leitet nun weitere Kostenmassnahmen ein - zusätzlich zu den schon im Dezember angekündigten Einsparungen.
09.02.2017 07:56

Leonteq litt vor allem unter einem stark gestiegenen Geschäftsaufwand, gleichzeitig gingen aber auch die Erträge zurück. Der Betriebsertrag bildete sich im abgelaufenen Jahr um 6% auf 209,9 Mio CHF zurück, wie Leonteq am Donnerstag mitteilte. Der Aufwand kletterte dagegen um 26% auf 189,4 Mio CHF in die Höhe.

Der Gewinn vor Steuern belief sich auf 17,6 Mio CHF (VJ 69,2 Mio). Leonteq hatte bereits im Dezember 2016 eine Gewinnwarnung publiziert und dabei Zahlen in dieser Grössenordnung angekündigt. Mit den Ergebnissen hat das Unternehmen denn auch die Erwartungen der Analysten erfüllt: Im Durchschnitt (AWP-Konsens) hatten diese einen Betriebsertrag von 206,9 Mio und einen Reingewinn von 16,6 Mio erwartet.

Leonteq will nun zusätzliche Einsparungen in Höhe von 18 Mio CHF erreichen, die zu dem im Dezember bekannt gegebenen Kostensenkungsprogramm über 10 Mio dazukommen. Die kombinierten Kostensparmassnahmen über 28 Mio CHF entsprechen laut Mitteilung rund 15% von Leonteqs Kostenbasis von 2016. Zu den Prioritäten für 2017 gehöre zudem, dass Leonteq eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit den bestehenden Partnern und die Anbindung neuer Partner erreichen wolle, wie auch die Optimisierung des Kapitaleinsatzes.

Wie bereits im Dezember mitgeteilt, will die Geschäftsleitung für das Jahr 2016 angesichts der stark rückläufigen Gewinnzahlen auf ihre variable Vergütung verzichten. Zudem wird die Geschäftsleitung auf 6 von bisher 11 Mitgliedern verkleinert. Verwaltungsratspräsident Pierin Vincenz sowie der Vizepräsident Lukas Ruflin hätten auf 34% bzw. 22% ihrer jeweiligen Kompensation für die laufende Amtszeit verzichtet, heisst es weiter.

Das Unternehmen konnte am Donnerstag zudem einen Erfolg in der Partnersuche mitteilen. Gemäss einer weiteren Mitteilung ist Leonteq mit der Crédit Agricole ein Kooperationsabkommen im Bereich strukturierter Anlageprodukte eingegangen. So werde die Investment Bank Crédit Agricole CIB die Technologie von Leonteq nutzen, um strukturierte Produkte an das eigene Kundennetzwerk anzupassen und zu vertreiben.

tp/ra

(AWP)