Leonteq verzeichnet im ersten Halbjahr mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

(Ergänzt um mehr Details)
21.07.2016 08:44

Zürich (awp) - Leonteq hat in den ersten sechs Monaten mehr Umsatz, aber weniger Gewinn erzielt. Die Pipeline mit potenziellen Partnern ist wohl gut gefüllt, und bis Ende 2016 rechnet das Management mit neuen Vereinbarungen. Zudem läuft in diesem Jahr die kostenintensive Investitionsphase aus.

Das erste Halbjahr 2016 sei geprägt gewesen durch ein schwieriges Marktumfeld, eine geringere Kundennachfrage und grosse Unsicherheit an den Märkten, was die Geschäftsentwicklung in der gesamten Finanzbranche beeinträchtigt habe, teilte der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister am Donnerstag mit.

Vor diesem Hintergrund sowie anhaltender Investitionen und einer aktiven Reduktion eigener Emissionen habe sich im ersten Halbjahr 2016 das Wachstum von Leonteq verlangsamt. Erfreulich sei der stärkere Ergebnisbeitrag des Plattformpartner-Kerngeschäfts.

ASIEN +54%

Der Betriebsertrag stieg in den ersten sechs Monaten 2016 um 7% auf 119,3 Mio CHF. Dabei blieben die Einnahmen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft praktisch unverändert bei 108,6 Mio CHF, während der Handelserfolg auf 15,6 Mio von 4,3 Mio anstieg. Der Erfolg im Zinsengeschäft lag bei -4,9 Mio nach -1,5 Mio im Vorjahr.

In Asien stiegen die Erträge um 54% auf 16,6 Mio CHF und in Europa um 17% auf 53,6 Mio. Das widerspiegle die Investitionen in die regionale Expansion, so Leonteq.

Nach Segmenten erreichte Banking Plattform Partners ein Ertragswachstum von 48% auf 74,2 Mio. Der Vorsteuergewinn stieg um 47% auf 42,1 Mio. Der Betriebsertrag von Insurance Platform Partners ging dagegen um 5,6 Mio CHF auf 6,8 Mio zurück, und der Vorsteuergewinn brach um 4,7 Mio auf 3,4 Mio ein. Diese Entwicklung reflektiere hauptsächlich das negative Zinsumfeld in der Schweiz.

Bei Leonteq Production, Emission von Leonteqs eigenen strukturierten Anlageprodukten, ging der Betriebsertrag um 22% auf 38,3 Mio CHF zurück, und der Vorsteuergewinn um 36% auf 13,0 Mio CHF.

KOSTEN +12%

Der Geschäftsaufwand der Gruppe legte indes um 12% auf 80,9 Mio CHF zu, und das Kosten-Ertrags-Verhältnis erreichte damit 3 Prozentpunkte mehr bei 68%. Somit blieb unter dem Strich ein um 4% tieferer Gewinn von 37,2 Mio CHF. Bereits im April hatte das Management bei einem qualitativen Update einen tieferen Gewinn als im Vorjahr für das erste Quartal 2016 kommuniziert.

Mit dem vorgelegten Resultat hat Leonteq die Erwartungen der Analysten sowohl puncto Reingewinn als auch beim Betriebsertrag übertroffen.

TRANSAKTIONEN +10%

Insgesamt betrug das Transaktionsvolumen in den ersten sechs Monaten des Jahres 11,8 Mrd CHF (+10%), wobei sich die Gesamtmarge auf 101 Basispunkte (-3%) belief. Im Vorfeld hatten Analysten von Credit Suisse und ZKB Volumen von 12,4 Mrd bzw. 11,0 Mrd CHF erwartet.

Bedeutende Fortschritte seien im Plattformpartner-Geschäft (Finteq) mit einer Steigerung der Transaktionsvolumen von 40% erzielt worden. Der Betriebsertrag stieg in dem Bereich um 30% auf 81,0 Mio, womit die Finteq-Quote auf 74% von 58% im Vorjahr zulegte. Das Vertriebsnetz legte im ersten Semester auf 833 Kunden von zuvor 739 zu, die auf der Leonteq-Plattform aktiv sind.

Plattformpartner sind derzeit sieben aktiv, wovon J.P. Morgan, Deutsche Bank und Bank of Montreal im ersten Halbjahr 2016 hinzugestossen sind. Der Ergebnisbeitrag der neuen Partner habe dem noch eingeschränkten Produktangebot und ihrem Stand der Systemintegration entsprochen. Dieser werde sich im Zuge der Anlaufphase - grundsätzlich rund 12 bis 18 Monate - aber erhöhen.

Zudem sei die Pipeline mit potenziellen Plattformpartnern auf mehr als 25 gewachsen. Er gehe davon aus, dass bis Ende Jahr weitere Partner ankündigt werden, sagte CEO Jan Schoch zudem in einem Interview mit AWP. Das Plattform-Netzwerk soll mit weiteren Investitionen weiter gestärkt werden sowie auch die Präsenz in wichtigen Märkten, in Technologie sowie in das Verkaufsteam.

ZUKUNFSTINVESTITIONEN NEHMEN EIN ENDE

Die mit der Kapitalerhöhung 2014 eingeleitete Investitionsphase laufe allerdings Ende des Jahres aus. Gleichzeitig sollen die Kosten strenger kontrolliert werden: Bis Ende 2017 sind Einsparungen von rund 10 Mio CHF angestrebt.

Man sei zuversichtlich, im Gesamtjahr im Plattformpartner-Geschäft (Finteq) "sehr gute Ergebnisse" zu erzielen, und bleibe von den erheblichen längerfristigen Chancen des Geschäftsmodells überzeugt, heisst es von Leonteq zudem mit Blick in die Zukunft.

Die Prioritäten sollen jedoch "verfeinert" werden, um die Stärken des Geschäftsmodells voll zum Tragen zu bringen. Und auch die Organisation soll weiter entwickelt werden. Entsprechende Initiativen würden an einem Investorentag im Herbst bekanntgegeben.

ys/ra

(AWP)