Leonteq will 10 Mio CHF Kosten senken - Abbau von 50 Stellen geplant

(Ergänzt um weitere Informationen)
16.11.2016 09:00

Zürich (awp) - Der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister Leonteq hat sich eine neue Organisationsstruktur gegeben und neue Ziele gesetzt. Die Gesellschaft ist nun in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt. Entsprechend kommt es auch zu Änderungen im Management. Zudem will Leonteq bis Ende 2017 Kosten im Umfang von 10 Mio CHF reduzieren, was unter anderem durch den Abbau von 50 Stellen erreicht werden soll. Ausserdem hat das Unternehmen zwei neue Plattformpartner gewonnen.

Künftig ist Leonteq nach den drei neuen Geschäftsbereichen Investment Solutions, Banking Solutions und Insurance & Wealth Planning Solutions organisiert, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. In ersterem werden Produkte von Leonteq und Partnerbanken hergestellt und vertrieben. Der Geschäftsbereich Banking Solutions wird Leonteqs Palette an Plattform-Dienstleistungen nutzen, um mittelgrosse Retail- und Privatbanken bei der Einführung oder Verstärkung eigener Herstellungs- und Vertriebskapazitäten im Bereich strukturierter Anlageprodukte zu unterstützen.

Der Geschäftsbereich Insurance & Wealth Planning Solutions wird weiterhin Produkte und Dienstleistungen für Lebensversicherer und für andere Anbieter von langfristigen Anlagelösungen offerieren. Bisher war Leonteq in die Segmente Banking Platform Partners, Insurance Platform Partners und Leonteq Production organisiert.

NEUE ZIELE BIS 2020

Leonteq wolle an den globalen Märkten für strukturierte Anlageprodukte und Vorsorgelösungen "bezüglich Agilität, Schnelligkeit und Effizienz neue Massstäbe setzen", lässt sich in der Mitteilung CEO Jan Schoch zitieren. Dies werde Leonteq zum Wunschpartner machen und künftiges Wachstum sichern.

Die Fortschritt sollen anhand neu gesetzter Ziele gemessen werden können. So strebt Leonteq bis Ende 2020 ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von weniger als 65% an; für das erste Halbjahr 2016 wies das Unternehmen diesbezüglich einen Wert von 68% aus. Um dieses Ziel zu erreichen plant Leonteq bis Ende 2017 eine Kostenreduktion im Umfang von rund 10 Mio CHF. Diese beinhaltet den Abbau von global rund 50 Stellen, der in der Erfolgsrechnung bis Ende des ersten Quartals 2017 voll wirksam werden soll.

Diese Einsparung erfolgt zusätzlich zu den bereits umgesetzten 10 Mio CHF, die hauptsächlich Einsparungen gegenüber budgetierten Neueinstellungen beinhalteten. Im Hinblick auf die angestrebte Verbesserung der operativen Effizienz des Unternehmens ist im Jahr 2017 kein Personalausbau vorgesehen, dies bei einem erwarten Personalbestand von insgesamt 480. Ab 2018 wird eine Netto-Einstellungsquote von rund 5% pro Jahr erwartet. Die Investitionsausgaben dürften auf dem vergangenen und derzeitigen Niveau von 12,5% des Betriebsertrags bleiben.

Im Geschäftsbereich Investment Solutions strebt das Unternehmen bis Ende 2020 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Transaktionsvolumens von 15% an. Im Geschäftsjahr 2015 belief sich das Wachstum auf 14%. Im Bereich Banking Solutions will das Unternehmen zehn aktive Plattformpartner haben, nach drei im vergangenen Jahr. Im Bereich Insurance & Wealth Planning Solutions hat sich Leonteq fünf aktive Plattformpartner zum Ziel gesetzt, bisher war es lediglich einer.

DIVIDENDE VON 1,75 CHF FÜR 2016 GEPLANT

In Bezug auf die Dividendenpolitik beabsichtigt Leonteq für 2016 und darüber hinaus die Auszahlung einer Mindestdividende von 1,75 CHF pro Aktie.

Im Rahmen der neuen Organisationsstruktur kommt es zu Änderungen im Management. Tobias Wohlfarth wird als "Head of Banking Solutions" und Rüdiger Assion als "Chief Communications Officer" neu in die Geschäftsleitung berufen. Im Gegenzug werden der bisherige Chief Risk Officer Daniel Cangemi und Yann Besnard, Head of Business, die Geschäftsleitung verlassen.

Zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal heisst es, dass der Marktanteil trotz eines herausfordernden Umfelds weiter ausgebaut worden sei. Das mit Produkten von Leonteqs Plattformpartnern erzielte Transaktionsvolumen sei weiter stark gewachsen, während die eigenen Emissionen weiter zurückgingen.

Der Personal- und der Sachaufwand stiegen wie bereits angekündigt, was den Effekt von Neueinstellungen im ersten Halbjahr und höhere Ausgaben für Büromieten widerspiegle. Im zweiten Halbjahr bis heute seien praktisch keine Neueinstellungen vorgenommen worden. Leonteq zeigt sich zuversichtlich, mit den heute bekanntgegebenen Ergebnissen der Strategieüberprüfung für weiteres Wachstum gut aufgestellt zu sein.

Ausserdem gab Leonteq bekannt, dass bis Ende November 2016 die ersten strukturierten Anlageprodukte vom Plattformpartner Raiffeisen lanciert werden. Zudem wurde mit der Aargauischen Kantonalbank (AKB) eine Kooperation im Bereich strukturierter Produkte abgeschlossen.

sig/cf

(AWP)