LGT führt neues Rating für nachhaltige Anlagen ein

Die Liechtensteiner Bankengruppe LGT führt ein neues Sustainability Rating für Anlageinstrumente ein. Entlang von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien werden Anlageprodukte wie Aktien, Obligationen, Fonds und ETFs bewertet. Die Bandbreite reicht von einzelnen Unternehmen bis hin zu ganzen Ländern und Regionen und soll zu einer nachhaltigen Kapitalallokation führen.
14.06.2017 11:34

Das jeweilige Rating einzelner Anlageinstrumente basiert auf einem von der Bank entwickelten Instrument, führt Andrea Ferch, Head Fund Research der LGT Bank Schweiz, anlässlich einer Medienkonferenz am Mittwoch aus. Konkret werden Unternehmen und Länder nach rund 20 Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) beurteilt.

Aus diesen Faktoren ergebe sich für jede Aktie oder Anleihe ein sogenanntes ESG-Score. "Für Fonds und ETFs erfolgt die Berechnung auf Basis des jeweiligen Gesamtportfolios", so Ferch weiter. Je nach Nachhaltigkeitsqualität ergebe sich ein ESG-Score von einem bis fünf Sterne.

LAFARGEHOLCIM LEICHT UNTER SCHNITT

Als Beispiel für ein Schweizer Unternehmen führt Alexander Zanker, Executive Director und Head ESG, den Zementhersteller LafargeHolcim an, der laut LGT-Rating drei Sterne erreicht. Im Vergleich zum gesamten Sektor der Industriegruppe Basismaterialien verfüge LafargeHolcim aufgrund des hohen Ausstosses an Treibhausgasen und des hohen Energieverbrauchs über eine vergleichsweise schlechte Umweltbilanz, so Zanker.

Punkten könne das Unternehmen aber dafür in den Bereichen Soziales und Governance durch hohe Sicherheitsansprüche und eine gute Vergütungspolitik, führt Zanker weiter aus. Damit liege der Konzern mit einem ESG-Score von 51,5 Punkten leicht unter dem Durchschnitt von 52,8 des gesamten Industriesektors Basismaterialien.

Die unlängst bekannt gewordene Syrien-Affäre von Lafarge habe dabei durchaus einen Einfluss auf das Rating, so Zanker. "Die Anpassung des Ratings unterliegt in solchen Fällen aber einer gewissen Trägheit", resümiert er. Nach dem Abgasskandal bei VW habe man beispielsweise nach ein, zwei Wochenentschieden, den deutschen Autobauer auszuschliessen.

Die LGT ist im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein und verwaltete Ende 2016 Vermögenswerte von 152 Mrd CHF. Per Ende April 2017 beläuft sich die Investitionssumme aller LGT Nachhaltigkeitsfonds, Mandate und Direktanlagen über die gesamte Bankengruppe hinweg auf insgesamt 4,2 Mrd CHF seit 2009.

sta/cp

(AWP)