Lichtblicke für die Schweizer Uhrenhersteller an der Uhrenmesse

Die Schweizer Uhrenindustrie ist nach zwei Jahren der Exportflaute nunmehr zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr. Am dritten Tag der internationalen Genfer Luxusuhrenmesse, des Salons International Haute Horlogerie (SIHH), äusserten sich zahlreiche Firmenchefs vorsichtig optimistisch zu den Branchenaussichten.
18.01.2017 15:14

Der Direktor der zur Richemont-Gruppe gehörenden Uhrenmarke Vacheron Constantin, Juan-Carlos Torres, sagte am Mittwoch in Genf, dass 2016 zwar ein sehr schwieriges Geschäftsjahr für seine Firma gewesen sei, er nun aber Licht am Ende des Tunnels sehe. "Die Produktion wurde auf 25'000 Stück heruntergefahren und dieses Volumen wollen wir in den kommenden zwei Jahren beibehalten", erklärte er am SIHH.

Torres bestätigte, dass das Jahr 2016 nicht glorreich war. Seine Uhrenmarke habe aber weniger stark als andere gelitten, und für 2017 sprach er von Stagnation bei den Umsätzen. Darüber hinaus liefen laut Torres die Monate November sowie Dezember besser als der Rest des Jahres und im Januar festigte sich der Aufwärtstrend.

Vacheron Constantin erzielte laut dem Manager ein gutes 2016 in China, wo die Marke seit 1845 präsent ist und die Uhrenfirma über 30 Filialen verfügt. Auch in der Nahostregion seien die Geschäfte gut verlaufen, sagte Torres. In Europa sowie in Südostasien waren die Verkäufe hingegen rückläufig und Hongkong litt stark unter dem Ausbleiben der chinesischen Touristen, sagte der Firmenchef.

Künftig wird Vacheron Constantin deshalb vermehrt auf Online-Verkäufe setzen und den Internethandel in den kommenden drei Jahren aufziehen. "Wir werden in einem Land beginnen, dass eine gute Basis dazu hat und gleichzeitig über die erforderlichen Servicestellen verfügt", sagte er in Genf. Dazu zählten beispielsweise die USA.

JAMMERN AUF HOHEM NIVEAU

Doch noch andere Personen äusserten sich positiv am SIHH. Wilhelm Schmid, der Chef der ebenfalls zur Richemont-Gruppe gehörenden Marke A. Lange & Söhne sagte, seine Firma habe ein gutes Geschäftsjahr abgeschlossen und ihn die Turbulenzen kaum träfen. "Wir können uns nicht beschweren", sagte er. Für das laufende Geschäftsjahr sei er sogar vorsichtig optimistisch, ohne allerdings konkrete Wachstumszahlen zu nennen.

In den vergangenen Jahren habe A. Lange & Söhne stark in den Vereinigten Staaten investiert und die Verkaufsanstrengungen werde der Uhrenhersteller auf Asien und den Nahen Osten legen", betonte Schmid.

Der Manager will sich zwar momentan nicht dem E-Commerce öffnen. Doch nutze die Uhrenfirma bereits die Sozialen Medien verstärkt, um mit jüngerem Publikum in einen Dialog zu treten. Besonders gespannt ist Schmid daher auf die unterschiedlichen Besuchergruppen am kommenden Freitag, wenn die Messe für die breite Öffentlichkeit zugänglich wird.

Zuversichtlich zeigte sich auch künftige Firmenchef der Schaffhauser Uhrenmanufaktur IWC, die ebenfalls zum Richemont-Konzern gehört. Chris Grainger-Herr, der seine Stelle in rund zwei Monaten antreten wird, sieht positive Entwicklungen für seine Marke. Zur wachsenden Nachfrage dürften preisgünstigere Modelle beitragen, sagte er. Für 2017 sei er zuversichtlich und die Manufaktur plane, eine neue Fabrik sowie weitere Geschäfte zu eröffnen.

Auch für den Onlinemarkt sieht er in Zukunft Chancen. "Wir stehen da noch ganz am Anfang und sehen E-Commerce als komplementären Kanal zu den bestehenden Vertriebskanälen."

(AWP)