Lifewatch steigert 2016 Umsatz, schreibt aber weiterhin Verlust

Der Telemedizin-Anbieter Lifewatch hat im Geschäftsjahr 2016 den Umsatz gesteigert, aber erneut rote Zahlen geschrieben. Die Verkäufe zogen im Vergleich zu adjustierten Vorjahreswert um 6,8% auf 113,8 Mio USD an. Das Umsatzwachstum habe leicht über der Entwicklung des relevanten Marktes gelegen, teilt das Unternehmen am Freitagabend mit.
17.03.2017 18:42

Die Profitabilität wurde indes negativ beeinflusst durch zwei grosse Rechtsfälle, einmalige Kosten im Zusammenhang mit der Sistierung des Vital Signs Patch (VSP) und des International Normalized Ratio (INR)-Projekts, von der Aufgabe der hausinternen Geräteentwicklung sowie der Schliessung von Niederlassungen in Japan und Indien.

Dennoch wurde mit +2,2 Mio USD ein positiver EBITDA erzielt, dies nach einem Verlust auf dieser Stufe im Vorjahr von 3,6 Mio. Die eigene Vorgabe eines positiven EBITDA wurde damit erreicht. Der Verlust auf Stufe EBIT verringerte sich auf 7,7 Mio USD von 11,7 Mio im Vorjahr deutlich. Der Reinverlust wiederum fiel mit 13,4 Mio USD etwas höher aus als im Vorjahr mit 12,0 Mio.

Für den EBIT-Verlust führt das Unternehmen höhere, nicht aktivierte Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Verkauf und Marketing, Administration sowie Rechtsfälle und Aufwendungen für den Aufbau eines Joint-Ventures in der Türkei an.

Bereinigt um einmalige Kosten und Abschreibungen ergab sich beim EBIT ein positiver Wert von 4 Mio USD und beim EBITDA von 14 Mio. Das Adjustierte Reinergebnis blieb mit 1,5 Mio aber im roten Bereich, nachdem im Vorjahr hier noch ein Plus von 1,6 Mio erwirtschaftet worden war.

Die eingangs erwähnten strategischen Entscheide würden den Übergang zu einem reinen Dienstleistungsunternehmen erleichtern und zu einer schlankeren Organisation führen, heisst es. Das Unternehmen zeigt sich deshalb überzeugt, dass dies zu einer Verbesserung der operationellen Ergebnisse im Jahr 2017 und darüber hinaus führen werde.

Für 2017 stellt Lifewatch ein zweistelliges Umsatzwachstum in Aussicht sowie ein positives operationelles Resultat. Dies gelte auch unter Berücksichtigung von zusätzlichen Aufwänden im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot von Aevis Victoria, der Einholung von anderen Angeboten und den Investitionen in das türkische Joint-Venture. Das Jahr sei gut angelaufen, heisst es überdies.

Lifewatch hatte sich erst vor einer Woche ablehnend gegenüber dem vom Klinik- und Hotelunternehmen Aevis Victoria Ende Januar 2017 lancierten Übernahmeangebot geäussert.

cf/uh

(AWP)