Linde-Aufsichtsrat berät über Fusion mit Praxair

Der Aufsichtsrat von Linde ist am Donnerstag in München zusammenkommen, um die Fusion mit dem US-Gasekonzern Praxair zu entscheiden. Mit dem Zusammenschluss würde der grösste Gasekonzern der Welt entstehen, mit einem Vorstandschef in den USA, 27 Milliarden Euro Umsatz, 60 Milliarden Euro Börsenwert und weltweit 80 000 Mitarbeitern.
01.06.2017 11:07

Die Aktionäre stehen hinter der Fusion, sie erwarten Synergien von einer Milliarde Euro jährlich. Dagegen befürchten Betriebsrat und Gewerkschaften einen Stellenabbau vor allem in Europa und den Verlust der Mitbestimmung. Sie lehnen die Fusion entschieden ab. Deshalb wird im Aufsichtsrat mit einer sehr langen, strittigen Debatte gerechnet.

Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will die Fusion durchsetzen und bei einem Patt notfalls sein doppeltes Stimmrecht einsetzen. Nicht bekannt ist aber, ob der Dresdner Betriebsratschef Frank Sonntag im Aufsichtsrat mit den anderen Arbeitnehmern stimmt oder sich enthält. Denn Linde will den Standort Dresden mit rund 500 Mitarbeitern schliessen, hat aber für den Fall der Fusion eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis 2021 gegeben./rol/DP/stb

(AWP)