Linde beim Aktientausch für Praxair-Fusion am Ziel

Der Industriegasekonzern Linde ist bei der geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair zumindest beim Aktienumtausch am Ziel. Bislang wurden mehr als 74 Prozent der Linde-Aktien zum Umtausch in Papiere des neuen Konzerns eingereicht, teilte die im Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch mit. Für den Zusammenschluss zur Nummer eins der Branche wollten Linde und Praxair mindestens 74 Prozent der alten Linde-Aktien einsammeln, um höhere Steuern in den USA zu vermeiden.
08.11.2017 15:00

Für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag der neuen Linde plc in Irland mit der alten Linde AG in München wäre gar eine Umtauschquote von 75 Prozent notwendig. Dies war in der ersten Angebotsfrist auch die Mindestannahmequote für den Aktientausch gewesen. Sie war Ende Oktober formell auf 60 Prozent gesenkt und die Frist verlängert worden.

Linde und Praxair hatten ihren Zusammenschluss im Juni vereinbart. Als Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80 000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz erhofft sich der neue Konzern Synergien von mehr als 1 Milliarde Euro. Das Unternehmen soll von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA heraus geführt werden. Die IG Metall befürchtet auch deshalb den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten. Für die Fusion steht noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus. Linde und Praxair erwarten, dass der Zusammenschluss im zweiten Halbjahr 2018 abgeschlossen wird./mne/stk

(AWP)