Linde-Betriebsrat fordert Absage der Fusion mit Praxair

Der Betriebsrat des Gasekonzerns Linde lehnt die geplante Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair jetzt entschieden ab. Der Betriebsratschef des grössten Linde-Gas-Standorts Pullach, Michael Kipp, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich erwarte von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat natürlich eine klare Absage."
01.03.2017 06:34

Die Mitbestimmung ginge verloren, der Konzern würde künftig im US-Managementstil geführt, und die erhofften Synergien gingen zu Lasten der Linde-Beschäftigten. "Daher lehne ich die geplante Fusion klar ab", sagte Kipp, der auch leitendes Mitglied des europäischen Betriebsrats von Linde ist.

Praxair-Chef Steve Angel und die Linde-Führung wollen den Zusammenschluss zum weltweit grössten Gasekonzern bis Ende April durchziehen. Angel will das Unternehmen aus den USA steuern. Die Dachgesellschaft soll in Amsterdam, London oder Dublin angesiedelt werden.

Es gehe nicht mehr "um einen Zusammenschluss unter Gleichen, sondern um eine Übernahme von Linde durch den deutlich kleineren Wettbewerber Praxair", sagte Kipp. Auch die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat müssten dagegen stimmen.

Von den Wirtschaftsministerien in Berlin und München "erwarten wir ein Bekenntnis zum Erhalt der Unabhängigkeit von Linde im Interesse der Arbeitnehmer sowie zum Verbleib des bedeutenden Dax-Unternehmens am Standort Deutschland", sagte der Pullacher Betriebsratschef. In Deutschland arbeiten rund 8000 Menschen für Linde./rol/DP/zb

(AWP)