Linde-Fusionspartner Praxair mit Gewinn- und Umsatzplus

Der Linde-Fusionspartner Praxair ist mit einem Umsatz- und Gewinnplus in das neue Jahr gestartet. Die Erlöse seien im ersten Quartal um 9 Prozent auf gut 2,7 Milliarden US-Dollar geklettert, teilte Praxair am Donnerstag in Danbury mit. Dazu beigetragen hätten ein höherer Absatz in Nordamerika, Europa und Asien. Das Umfeld in Brasilien bliebe hingegen herausfordernd. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn um 9 Prozent auf 389 Millionen Dollar. Darin enthalten seien Kosten in Höhe von 6 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit Linde.
27.04.2017 15:01

Praxair habe deutliche Fortschritte bezüglich eines möglichen Zusammengehen mit Linde gemacht, hiess es weiter. Das Unternehmen arbeite daran, so schnell wie möglich eine konrete Vereinbarung auszuarbeiten. Linde und Praxair hatten im Dezember im zweiten Anlauf eine Fusion unter Gleichen angekündigt, nachdem dies im September im ersten Versuch noch gescheitert war.

Allerdings läuft es bei den Verhandlungen nicht wie von Linde-Chef Aldo Belloni und Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle erhofft, denn der Linde-Betriebsrat und die Gewerkschaften lehnen bislang den Zusammenschluss mit Praxair strikt ab. Sie fürchten den Verlust Tausender Arbeitsplätze und der Mitbestimmung. Am Donnerstag protestierten Linde-Beschäftigte an mehreren deutschen Standorten gegen die geplante Fusion mit dem US-Gasekonzern Praxair.

Xaver Schmidt, der für die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie im Aufsichtsrat von Linde sitzt, sagte, ein hochprofitabler Traditionskonzern wie Linde eigne sich "nicht für Monopoly-Spielchen seines Aufsichtsratsvorsitzenden". Um die geplanten Synergien von jährlich einer Milliarde Euro zu heben, seien massive Stellenstreichungen zu erwarten. Linde brauche Praxair nicht. Reitzle will die Details der Fusion möglichst noch vor der Hauptversammlung am 10. Mai festzurren./mne/men/fbr

(AWP)