Linde schliesst Absenkung der Annahmequote für Praxair-Fusion nicht aus

Der Industriegasekonzern Linde will notfalls die Annahmequote für den Aktientausch beim Zusammenschluss mit dem US-Konzern Praxair senken. "Wir gehen nicht davon aus, dass das notwendig sein wird. Aber wenn doch, würden wir mit Praxair darüber sprechen", sagte Vorstandschef Aldo Belloni in einem Interview dem Wirtschaftsmagazin "Euro" (Mittwoch).
19.09.2017 15:21

Seit Mitte August läuft die Frist für den Umtausch von Linde-Aktien in Anteile der neuen Holdinggesellschaft Linde plc; sie endet am 24. Oktober. Bis zum Dienstagnachmittag hätten knapp 6 Prozent ihre Aktien angedient, hiess es. Angestrebt ist eine Annahmequote von 75 Prozent. Allerdings ist es üblich, dass insbesondere grosse Investoren bis zur letzten Minute warten.

Anfang Juni hatte der Linde-Aufsichtsrat die Fusion mit Praxair besiegelt. Die meisten Arbeitnehmervertreter hatten dagegen gestimmt. Mit 27 Milliarden Euro Umsatz, 66 Milliarden Euro Börsenwert und 80 000 Mitarbeitern würde der neue Gasekonzern den französischen Konkurrenten Air Liquide als Weltmarktführer ablösen. Die Linde- und die Praxair-Aktionäre sollen je die Hälfte der Anteile am neuen Konzern bekommen. Der Abschluss des Geschäfts wird Ende 2018 erwartet. Praxair-Chef Steve Angel soll den fusionierten Konzern vom bisherigen Praxair-Standort Danbury in den USA aus führen. Linde und Praxair erwarten durch die Fusion Synergien von 1,1 Milliarden Euro jährlich. Die Genehmigung der Behörden steht noch aus./men/das

(AWP)