Linde und Praxair erhalten für Fusion Genehmigung von vier Kartellbehörden

Der Industriekonzern Linde kommt bei der geplanten Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair weiter voran. Die neue Holdinggesellschaft aus den beiden Unternehmen habe von den 24 benötigten kartellrechtlichen Genehmigungen bereits vier erhalten, teilte Linde am Freitag in München mit. Neben Russland hätten auch die Behörden in Pakistan, Paraguay und der Türkei keine Einwände gegen den Zusammenschluss gehabt. Mit sämtlich anderen Kartellbehörden stünden die Unternehmen in engem Austausch.
27.10.2017 07:36

Linde hat auf dem Weg zur Fusion mit Praxair bereits eine wichtige Hürde genommen. Bis Dienstag wurden 64,5 Prozent der alten Linde-Aktien zum Umtausch in Aktien des fusionierten neuen Linde-Konzerns eingereicht. Damit wurde die erst am Vortag um zwei Wochen verlängerte und auf 60 Prozent gesenkte Mindestannahmequote auf Anhieb erfüllt. Linde und Praxair hatten den Zusammenschluss im Juni besiegelt. Die Praxair-Aktionäre hatten auf einem Aktionärstreffen bereits zugestimmt.

Als neuer Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80 000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz erhofft sich der künftig von Praxair-Chef Steve Angel in den USA geführte neue Konzern Synergien von mehr als 1 Milliarde Euro. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten. Und die Fusion steht laut Linde auch auf der Kippe, wenn die für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag notwendige Umtauschquote von 75 Prozent der Linde-Aktien letztlich nicht erreicht werden würde.

Der Linde-Konzern hat ausserdem seinen Zahlenkranz präsentiert. Er hat auch im dritten Quartal von besser laufenden Geschäften in Europa und Asien profitiert. Allerdings bekam Linde erneut den Preisdruck im US-Gesundheitswesen zu spüren. Zudem entwickelte sich die kleinere Sparte Anlagenbau etwas schwächer. Der Umsatz ging im Zeitraum Juli bis September leicht um 1,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zurück, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Freitag in München mitteilte. Damit traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Bereinigt um Währungseffekte kletterten die Erlöse um 1,8 Prozent.

Operativ lief es für Linde etwas besser. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 2,9 Prozent auf gut eine Milliarde Euro zu. Hier profitierte Linde auch von seinem Sparkurs. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 271 Millionen Euro. Das waren 11,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Hier belasteten Kosten für die Fusion und den Umbau. Damit schnitt Linde bei den Ergebnissen etwas als erwartet ab. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen./mne/she

(AWP)