Linde verdient operativ mehr - Fusionsverhandlungen mit Praxair in Plan

Der vor der Fusion mit Praxair stehende Linde-Konzern hat im Schlussquartal wieder von besseren Geschäften mit Industriegasen profitiert. Aber auch der Anlagenbau entwickelte sich besser, obwohl Linde weniger Aufträge an Land zog. Der kleinsten Linde-Sparte machen der niedrige Ölpreis, Überkapazitäten und die daraus resultierende Zurückhaltung von Kunden zu schaffen. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich von Oktober bis Dezember um 8,4 Prozent auf 1,063 Milliarden Euro, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Donnerstag in München mitteilte.
09.03.2017 07:39

Unter dem Strich blieben bei dem auf die Aktionäre entfallenden Gewinn mit 275 Millionen Euro fast drei Prozent weniger hängen. Hier belasteten Kosten für das Sparprogramm. Der Umsatz kletterte um 4,3 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Mit seinen Kennzahlen traf das Unternehmen in etwa die Erwartungen der Analysten. In der Bilanz wurde allerdings die Logistiktochter Gist herausgerechnet, die Linde nun verkaufen will.

Linde will vor der möglichen Fusion mit dem US-Konkurrent Praxair mehr vom Gewinn an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende für 2016 soll im Vergleich zum Vorjahr um gut 7 Prozent auf 3,70 Euro je Aktie steigen.

Linde und Praxair hatten im Dezember im zweiten Anlauf eine Fusion unter Gleichen angekündigt, nachdem dies im September im ersten Versuch noch gescheitert war. Den Zusammenschluss will Linde-Chef Aldo Belloni noch vor der Hauptversammlung Anfang Mai unter Dach und Fach bringen. Die Vorbereitungen für die Fusion liefen nach Plan, hiess es.

Im Gesamtjahr 2016 ging der Umsatz von Linde um 2,3 Prozent auf knapp 17 Milliarden Euro zurück. Linde bekam dabei in seiner grösseren Sparte Gase den Preisdruck im US-Medizingeschäft zu spüren, aber auch die schwächere Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie in Australien. Dem kleineren Anlagenbau machen zudem der niedrige Ölpreis, Überkapazitäten und die daraus resultierende Zurückhaltung von Kunden zu schaffen. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) verharrte auf 4,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro - das waren gut 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

(AWP)