Lindt&Sprüngli erzielt im H1 organisches Wachstum von 4,4% - Ausblick bestätigt

(Ausführliche Fassung, ergänzt vor allem mit Bereichen)
22.07.2016 08:10

Kilchberg (awp) - Der Premiumschokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli hat im ersten Halbjahr 2016 mehr umgesetzt und verdient. Vor allem wegen der schwierigen Marktsituation in Nordamerika bzw. der Bereinigung des Portfolios bei der vor zwei Jahren übernommenen Russell Stover blieb Lindt beim organischen Wachstum aber unter dem langfristigen Wachstumsziel. Allerdings erwartet der Konzern eine Beschleunigung im zweiten Halbjahr, so dass die strategische Ziele im Gesamtjahr erreicht werden sollten.

Der Umsatz stieg im Berichtssemester um 6,6% auf 1,50 Mrd CHF, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Da sich das Währungsumfeld etwas verbessert hat und sich vor allem Euro und US-Dollar zum Franken etwas erhöht haben, blieb das Wachstum in Lokalwährungen bzw. das organische Wachstum mit 4,4% erstmals seit langem unter der Entwicklung in Franken. Ohne Einbezug von Russell Stover und der Auswirkung der laufenden Portfoliobereinigung erzielte die Gruppe ein organisches Wachstum von 6,6%. Dies stelle eine Wachstumsbeschleunigung gegenüber dem zweiten Halbjahr 2015 dar, heisst es.

Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg derweil um 8,6% auf 98,4 Mio, der Reingewinn um 11% auf 72,2 Mio CHF. Weitere Details dazu werden nicht genannt. Lindt spricht lediglich von "wiederum guten Fortschritten".

Die vorgelegten Zahlen liegen beim organischen Wachstum unter den Schätzungen, beim Gewinn im Bereich der Erwartungen. Analysten hatten gemessen am AWP-Konsens ein organisches Wachstum von 5,1%, einen EBIT von 99,8 Mio sowie einen Reingewinn von 71,7 Mio CHF prognostiziert.

"SCHWIERIGE RAHMENBEDINGUNGEN"

Lindt spricht in der Mitteilung von einem "erfreulichen Wachstum", das unter "schwierigen Rahmenbedingungen" erzielt worden sei. Zu den Herausforderungen zählten demnach vor allem anhaltend hohe Rohstoffpreise für Kakaobohnen und -butter, stagnierende Schokolademärkte und eine weitreichend verhaltene Konsumentenstimmung. Laufende Anpassungen im Produktportfolio von Russell Stover sowie eine Optimierung der Promotionsstrategie hätten sich entsprechend auf das Gruppenwachstum im ersten Halbjahr ausgewirkt.

Zudem stehe das diesjährige Halbjahresergebnis einem überdurchschnittlichen Resultat im ersten Halbjahr 2015 gegenüber. In diesem herausfordernden Umfeld sei es Lindt in der ersten Hälfte 2016 einmal mehr gelungen, "schneller als der Gesamtschokolademarkt zu wachsen und wichtige Marktanteile zu gewinnen".

Im Segment Europa legte Lindt (organisch) um 5,7% auf 738,5 Mio CHF zu. In der Schweiz sei man trotz anhaltendem Einkaufstourismus leicht gewachsen, sehr gute Ergebnisse hätten die Tochtergesellschaften in Deutschland und Frankreich erzielt.

Der Bereich "Nafta" wuchs organisch lediglich um 0,8% auf 569,1 Mio CHF. Neben dem der schwachen Entwicklung des Gesamtmarktes sind hier die Produktanpassungen bei Russell Stover ein Grund für die langsame Entwicklung. Strategisch nicht geeignete Produkte würden zurzeit eliminiert, Preise erhöht und Konditionen angepasst. Dies wieder habe einen kurzfristigen Einfluss auf das Wachstum. Gleichzeitig bilde diese Anpassung aber eine "gesunde Basis für zukünftiges profitables Wachstum", heisst es.

Im Rest der Welt wuchs Lindt um 10% auf 193,9 Mio CHF. Besonders gute Ergebnisse hätten die Tochtergesellschaften in Australien, Südafrika, Brasilien und Japan erzielt, heisst es. Die selektive geografische Expansionsstrategie hier zahle sich nachhaltig aus. Der Bereich Global-Retail (Verkauf in eigenen Shops) schreibe weiterhin Erfolgsgeschichte, heisst es weiter. Insgesamt seien für das Geschäftsjahr 2016 65 Eröffnungen geplant, womit das Netzwerk per Jahresende an die 400 Shops zählen werde.

INVESTITIONEN VON 250 MIO CHF

Für den weiteren Verlauf zeigt sich Lindt weiter relativ optimistisch. Man erwarte für das zweite Halbjahr eine Beschleunigung des Umsatzwachstums gegenüber den ersten sechs Monaten. Somit sollte die strategische Zielsetzung für das Gesamtjahr erreicht werden können, heisst es. Diese sieht ein organisches Wachstum von 6-8% mit einer Erhöhung der EBIT-Marge um 20-40 Basispunkte vor. Zudem geht Lindt davon aus, dass im Gesamtjahr Investitionen in der Grössenordnung von 250 Mio CHF getätigt werden.

uh/cp

(AWP)