Lindt&Sprüngli präsentiert unter neuem CEO Rekordergebnis für 2016

(Zusammenfassung) - Lindt & Sprüngli hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 trotz schwieriger Umstände ein Rekordergebnis erzielt und will die Dividende erneut deutlich erhöhen. Da das Umfeld sich dieses Jahr kaum gross verändert, bleibt Lindt bezüglich Ausblick auf der vorsichtigen Seite. Interessiert hat auch der erste Auftritt von Dieter Weisskopf als Konzernchef vor den Medien.
07.03.2017 15:31

Per letzten Oktober hat der langjährige Finanzchef den noch länger amtierenden "Mister Lindt" Ernst Tanner an der operativen Spitze des Konzerns abgelöst. Und es war Weisskopf wichtig zu betonen, dass Lindt unter seiner Leitung nicht vom Weg abkommen wird bzw. weiter nach vorne strebt. "Es geht weiter", sagte er denn auch mit leicht ironischem Unterton zu Beginn der Bilanzkonferenz am Dienstag in Kilchberg.

Und der neue Konzernchef, der mit seiner etwas spröden, aber soliden Art stark abweicht vom sehr charismatischen und extrovertierten Tanner, konnte gleich bei seinem ersten Auftritt ein sehr gutes Resultat bzw. ein Rekordergebnis präsentieren. Der Gruppen-Umsatz stieg um 6,8% auf 3,90 Mrd CHF bzw. organisch um 6,0%. Beim Betriebsgewinn (EBIT) gab es ein Plus von 8,4% auf 562,5 Mio CHF und beim Reingewinn um gut 10% auf 419,8 Mio, womit sich die entsprechenden Margen um 20 Basispunkte auf 14,4% bzw. 40 Basispunkte auf 10,8% verbesserten.

DIVIDENDE STEIGT UM 10%

Dies notabene in einem Umfeld mit schwachem Wirtschaftswachstum und politischen Unsicherheiten in vielen Regionen der Welt. "2016 war eines der herausforderndsten Jahre der letzten Jahrzehnte", so Weisskopf. Neben den erwähnten Faktoren strich er etwa auch die hohen Kakaopreise, die Stagnation des US-Marktes, die laufende Integration der vor zwei Jahren übernommenen US-Schokoladenfirma Russell Stover oder den starken Preisdruck bei den Handelspartnern hervor.

Von den guten Zahlen sollen auch die Aktionäre profitieren und eine 10% höhere Dividende erhalten. Die Ausschüttung sei die letzten 20 Jahre jedes Jahr erhöht worden, sagte der Konzernchef nicht ohne Stolz. Die beantragten 880 CHF pro Namenaktie (88 CHF pro PS) etwa sind ein Plus von über 50% im Vergleich zu 2012, dies bei einem Anstieg der Aktie von rund 80% im gleichen Zeitraum.

2017 WACHSTUM IM RAHMEN DES VORJAHRES

Auch ins neue Jahr ist Lindt gemäss den Verantwortlichen gut gestartet. Da die Osterfeiertage dieses Jahr relativ spät anfallen, seien die ersten zwei Monate noch nicht allzu aussagekräftig. Bis jetzt sei man mit den Osterbestellungen aber zufrieden. "Alles in allem sind wir daher positiv eingestellt für das erste Quartal", so CEO Weisskopf.

Insgesamt geht das Lindt-Management für das Gesamtjahr 2017 von einem Wachstum wie 2016 aus, was somit rund 6% wären. Etwas Rückenwind könnte mittelfristig von den Kakaopreisen kommen, die sich seit dem vierten Quartal 2016 leicht abgeschwächt haben. Da man die Rohstoffpreise aber immer absichere, dauere es ein paar Quartale, bis sich die Preissenkung positiv auf das Ergebnis auswirke, so Weisskopf.

SYNERGIEN UND EFFIZIENZ IM FOKUS

Aufgrund der sinkenden Kakaopreise werde man auch nicht generelle, sondern höchstens selektive Preiserhöhungen vornehmen. Um die Marge zu sichern, will Weisskopf ausserdem weiter an den Synergien und der Effizienz arbeiten. Hier gebe es mit Lean-Production zum Beispiel noch viel Potenzial. Den Abbau von Arbeitsplätzen schloss er dabei aus. "Wir wachsen ja stark, daher stellen wir höchstens weniger neue Leute ein."

Grundsätzlich sieht sich der Konzern langfristig denn auch "sehr gut" aufgestellt. Entsprechend wurden die strategischen Ziele eines jährlichen organischen Wachstums von 6-8% sowie einer jährlichen Verbesserung der EBIT-Marge von 20 bis 40 Basispunkten bestätigt. Auch akquisitorisches Wachstum sei möglich.

Die Lindt Aktien bzw. PS reagierten auf die heutigen News anfänglich leicht negativ, dranken in Laufe des Tages aber ins Plus vor. Gegen 15.30 Uhr legt die Namenaktie in einem wenig bewegten Gesamtmarkt um 1,1% auf 66'245 CHF, der PS um 0,2% auf 5640 CHF zu. Der etwas vorsichtige Ausblick wurde von Analysten als Grund für die anfänglichen Verluste ausgemacht.

uh/gab

(AWP)