LLB steigert 2016 Ertrag und Gewinn - Höhere Dividende

(Durchwegs ergänzt) - Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) hat im Geschäftsjahr 2016 Ertrag und Gewinn gesteigert. Allerdings musste das Liechtensteiner Bankhaus erneut einen Abfluss von Kundengeldern hinnehmen. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die Gruppe indes zuversichtlich. Ausserdem wird für 2016 eine höhere Dividende ausgeschüttet.
14.03.2017 08:53

Negativzinsen, volatile Finanzmärkte und die zunehmende Regulierung hätten Banken 2016 vor Herausforderungen gestellt, schreibt die LLB in ihrem Communiqué am Dienstag. Dennoch habe die Gruppe unter diesen Voraussetzungen "ein erfreuliches Konzernergebnis" erwirtschaftet, heisst es. So stellte sich der Konzerngewinn bei 103,9 Mio CHF ein, was einer Steigerung von rund 20% entspricht. Der Geschäftsertrag kletterte derweil um rund 19% auf 371,7 Mio. Diese Ergebnisse hatte die Bank zusammen mit den wichtigsten Kennzahlen bereits im Januar gemeldet und am heutigen Dienstag mit der Veröffentlichung der definitiven Resultate bestätigt.

Vor diesem Hintergrund schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 12. Mai eine höhere Dividende vor. So sollen 1,70 CHF pro LLB-Aktie ausgeschüttet werden, gegenüber 1,60 CHF im Vorjahr. Zudem beantragt der Verwaltungsrat, die bisherigen Inhaberaktien mit einem Nennwert von je 5 CHF in Namenaktien mit demselben Nennwert umzutauschen. Die Umwandlung sei für Ende Mai geplant, heisst es.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg insbesondere dank höherer Kundenausleihungen und Hypothekarforderungen um 4,2% auf 138,1 Mio CHF. Einen Rückgang verzeichnete dagegen der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft: Er gab um 2,6% auf 145,7 Mio nach. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten hätte zu einer Zurückhaltung der Kunden bei Börsentransaktionen geführt, heisst es.

Im Handelsgeschäft wiederum resultierte ein Erfolg von 55,9 Mio, verglichen mit 33,1 Mio im Vorjahr. Grund dafür ist vor allem der Beitrag aus dem Geschäft mit Zinsswaps: Hier stellte sich ein Plus von 14,1 Mio CHF ein, verglichen mit einem Minus von 10,1 Mio im Vorjahr. Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen habe sich dagegen um 2,7% auf 41,8 Mio reduziert, liege aber immer noch rund 30% höher als im langjährigen Durchschnitt, heisst es weiter.

HÖHERE KOSTEN WEGEN STRATEGISCHEM PERSONALAUFBAU

Der Geschäftsaufwand stieg um fast 17% auf 258,2 Mio. Der Personalaufwand nahm dabei gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Mio auf 140,8 Mio zu. Grund dafür seien unter anderem der strategische Ausbau auf 858 Vollzeitstellen (Ende 2015: 816) sowie Abgrenzungen für variable Vergütungen, so die LLB. Die Cost-Income Ratio bildete sich derweil auf 62,8% von 69,5% zurück.

In den Heimmärkten sowie in den Wachstumsmärkten habe die LLB-Gruppe erfreuliche Netto-Neugeld-Zuflüsse verzeichnet, während sich die Abflüsse in den traditionellen Märkten verlangsamten hätten, heisst es weiter. Insgesamt verzeichnete das Institut jedoch einen Abfluss von Kundengeldern: Er betrug netto 65 Mio CHF. Im Vorjahr hatten Kunden Gelder in der Höhe von 206 Mio abgezogen.

Die Kundenvermögen der LLB-Gruppe lagen per 31. Dezember 2016 bei 46,4 Mrd CHF, verglichen mit 45,6 Mrd Ende 2015. Die Kundenausleihungen stiegen um 5% auf rekordhohe 11,5 Mrd. Die Tier 1 Ratio lag zum Jahresende bei 21% (2015: 20,6%).

SOLIDES JAHRESERGEBNIS ERWARTET

Für das laufende Geschäftsjahr geht die LLB-Gruppe von einem anhaltend anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld aus. Derweil soll die Umsetzung der Strategie "StepUp2020" mit hoher Dynamik fortgesetzt werden. "2017 werden wir ein Digitalisierungsfeuerwerk zünden, die Vertriebsaktivitäten intensivieren und zusätzliche Kundenberater einstellen", wird Group-CEO Roland Matt in der Medienmitteilung zitiert. Alles in allem zeigt sich die LLB zuversichtlich und erwartet, dass sie auch 2017 ein solides Konzernergebnis erwirtschaften wird.

Das Institut bekräftigte ausserdem, dass der Verwaltungsrat der kommenden Generalversammlung Georg Wohlwend zur Wahl als Verwaltungsratspräsident vorschlagen wird. Er soll die Nachfolge von Hans-Werner Gasser antreten, der aufgrund der Amtsdauerbeschränkung ausscheidet.

pen/gab

(AWP)