Logitech-Valoren rutschen nach Zahlenpräsentation ins Minus

Die Logitech-Aktien sind zwar mit Gewinnen in den Dienstaghandel gestartet, dann aber schnell klar in die Verlustzone abgerutscht. Der Hersteller von PC-Peripheriegeräten und Unterhaltungselektronik hat die Konsenserwartungen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 übertroffen, jedoch keine klar positiven Impulse für das anstehende wichtige Weihnachtsgeschäft geliefert.
24.10.2017 10:10

Bis 9.40 Uhr geben Logitech bei hohen Volumina um 3,4% auf 35,03 CHF nach, während der Gesamtmarkt (SPI) um 0,13% einbüsst. Bislang zählten die Titel im Jahresverlauf mit einem Plus von über 40% allerdings zu jenen mit einer klar überdurchschnittlichen Performance.

Händler erklären sich die Verluste denn auch primär mit Gewinnmitnahmen, weil positive Überraschungen ausgeblieben seien. So hätten wohl einige Marktteilnehmer auf eine Erhöhung der EBIT-Guidance gehofft. Logitech habe die Analystenerwartungen in den letzten Jahren regelmässig übertroffen, heisst es zudem im Berufshandel. In diesem Zusammenhang ist zusehends von einem Gewöhnungseffekt die Rede.

In den Analystenkommentaren gibt es hingegen fast nur Lob für das Management. Logitech habe die Erwartungen ein weiteres Mal übertroffen, bilanziert der zuständige Kepler-Cheuvreux-Analyst ('Buy'). Die UBS ('Buy') schreibt ebenfalls von "starken Resultaten", welche über den Prognosen zu liegen gekommen seien. Und Vontobel sieht den Zahlenkranz als Beleg dafür, dass Logitech mit dem Produktportfolio beständig zweistellige Wachstumsraten liefern kann. Das Institut bestätigt in der Folge nicht nur seine 'Buy'-Empfehlung, sondern erhöht auch das Kursziel leicht auf 45 CHF.

Etwas überraschend kommt für die meisten Experten lediglich der Umsatzrückgang im Geschäft mit mobilen Lautsprechern. Dieser wird unterschiedlich beurteilt. Baader Helvea ('Hold'), Kepler Cheuvreux und die ZKB ('Übergewichten') verweisen auf kürzlich erfolgte Produktlancierungen in diesem Segment und die starke Vorjahresbasis. Sie halten die aktuelle Schwäche somit für vorübergehend. Bei der UBS sieht man den Rückgang hingegen auch als ein Zeichen für eine gewisse Marktsättigung.

Positiv kommen zudem die Verbesserungen beim operativen Gewinn sowie beim Reingewinn an, hatten Experten doch aufgrund saisonal bedingt hoher Vorabinvestitionen im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft mit einer unterproportionalen Entwicklung gerechnet. Bei der ZKB gibt es dabei Lob für die Kostenkontrolle. Der zuständige Analyst verweist insbesondere auf die um 1% gesunkenen allgemeinen Kosten. Gleichzeitig seien die Ausgaben für Marketing und Verkauf weniger stark angestiegen als von ihm erwartet.

Leicht unterschiedlich wird die Guidance beurteilt. So sieht die ZKB die Gesellschaft auf Kurs, die Ziele zu erreichen. Der UBS-Analyst bewertet das bestätigte Zielband von 260 bis 270 Mio USD für den operativen Gewinn hingegen als eher konservativ. Seine Non-GAAP-EBIT-Schätzung von 280 Mio USD liegt jedenfalls darüber.

rw/uh

(AWP)