Mehr verwaltete Vermögen - Lombard Odier verdient 2016 weniger

Die Genfer Vermögensverwaltungs-Gruppe Lombard Odier hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 deutlich weniger Gewinn erzielt.
09.03.2017 13:20
Der Eingang zum Lombard-Odier-Hauptsitz in Genf.
Der Eingang zum Lombard-Odier-Hauptsitz in Genf.
Bild: lombardodier.com

Der Reingewinn fiel um 13% auf 125 Mio CHF zurück. Das schwierige Finanzmarktumfeld habe auf die Stimmung und die Aktivitäten der Kunden gedrückt, teilte die Bank am Donnerstag mit.

Dies zeigt sich auch am Betriebsertrag, der in der Berichtsperiode um 3% auf 1,04 Mrd CHF gesunken ist. Wie andere Institute auch, habe Lombard Odier unter der Zurückhaltung der Investoren gelitten, sagte der geschäftsführende Partner Patrick Odier im Gespräch mit AWP. Das operative Aufwands-Ertrags-Verhältnis der Gruppe erhöhte sich dabei auf 83% nach 80% im Jahr 2015.

5 Milliarden Franken Neugeld

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) beliefen sich auf 159 Mrd CHF nach 160 Mrd, wie das Institut weiter mitteilt. Die gesamten Kundenvermögen insgesamt stiegen trotz des von Turbulenzen, Volatilität, Unsicherheiten und der daraus entstandenen Zurückhaltung der Kunden geprägten Umfelds um 4% auf 224 Mrd. Den Neugeldzufluss bezifferte Patrick Odier auf 5,2 Mrd CHF.

Von den Kundenvermögen entfielen 119 Mrd CHF (VJ 116 Mrd) auf Privatkundenvermögen. Zudem platzierten Vermögensverwaltungskunden 45 Mrd (49 Mrd) bei Lombard Odier, Investment Manager und Technologie- und Bankdienstleistungskunden vertrauten der Gruppe 69 Mrd (59 Mrd) an.

Die Bilanzsumme betrug Ende des Jahres 16,4 Mrd nach 16,3 Mrd im Jahr zuvor. Die Gruppe habe keine externen Schulden und sei mit einer voll umgesetzten Kernkapitalquote (CET1) nach Basel III von 29,3% (VJ 25,7%) eine der bestkapitalisierten Banken der Welt, heisst es weiter.

Weitere Investitionen

Trotz einer gedrückten Ertragsmarge habe die Gruppe im vergangenen Jahr weiter stark investiert, betonte Patrick Odier: Die Investitionen in die Bankenplattform hätten sich im vergangenen Jahr auf rund 45 Mio CHF belaufen. "Sichtbar" würden die Investitionen ab 2018, wenn das Genfer Institut eine wichtige Etappe bei der Einsetzbarkeit ihre technologischen Infrastruktur auf dem europäischen Markt erreichen werde.

Für das laufende Jahr sieht der Odier-Geschäftsführer Zeichen einer Erholung an den Finanzmärkten. Er verwies dabei auf die in den USA angekündigten wirtschaftspolitischen Massnahmen, ein besseres Wachstum in Europa und konjunkturelle Fortschritte in Asien. "Die Investoren finden an den Finanzmärkten nun bessere Bedingungen vor als in der Vergangenheit." Allerdings blieben auch die Unsicherheiten hoch, sagte Odier mit Verweis auf die anstehenden Wahlen in mehreren EU-Ländern.

Hoffnungen setzt die Bank im laufenden Jahr nicht nur auf ihre technologische Plattform. Dank ihrer weltweiten Reputation sei die Bank gut aufgestellt, in der Vermögensverwaltung weitere Zuflüsse zu generieren. Wachstumspotenzial ortet Lombard Odier vor allem in Asien, dem Mittleren Osten und in Lateinamerika. Auch die Schweiz ziehe weiterhin Kapital an.

(AWP)