Londoner Börse (LSE) verleibt sich Anleiheindex-Geschäft der Citigroup ein

Wenige Monate nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Börse wendet sich die Londoner Börse (LSE) einem Zukauf zu. Für 685 Millionen Dollar (611 Mio Euro) übernimmt sie von der Citigroup das Geschäft mit der Analyse und der Index-Erstellung im Anleihemarkt. Wenn die Regulierungsbehörden zustimmen, soll der Deal in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.
30.05.2017 09:45

Die Übernahme des Analysegeschäfts "The Yield Book" und den "Citi Fixed Income Indices" komplettiere das bereits vorhandene Datengeschäft, erklärte die London Stock Exchange am Dienstag. Die Londoner Börse hatte vor drei Jahren den US-amerikanischen Indexanbieter Russell übernommen, der vor allem für seinen breit angelegten Aktienindex Russell 3000 und den auf kleiner Unternehmen spezialisierten Russell 2000 bekannt ist. Bei der Londoner Börse läuft dieser Zweig nun unter dem Namen FTSE Russell.

Eigentlich hatten die Londoner Börse und die Deutsche Börse zusammengehen wollen, um eine neue Megabörse zu schmieden. Doch die zwischenzeitliche Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten, verkomplizierte das Unterfangen. Im März schliesslich platzte die Fusion. Auch die Deutsche Börse will sich nun durch kleinere Zukäufe und einer Ausweitung ihrer Geschäfte zukunftssicher machen./das/mne/fbr

(AWP)