Lonza übertrifft Erwartungen deutlich und erhöht Guidance für 2016

(Meldung durchgehend ausgebaut)
20.07.2016 08:57

Basel (awp) - Der Lifesciencekonzern Lonza hat von Januar bis Juni 2016 das beste erste Halbjahr seiner Unternehmensgeschichte verzeichnet. Beide Segmente hätten ihre Rentabilität gesteigert; vor allem Pharma&Biotech habe eine "hervorragende" Leistung gezeigt. Nicht ganz überraschend erhöht das Management nun die Ziele für das laufende Jahr.

Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 6,0% auf 2,02 Mrd CHF, teilte Lonza am Mittwoch mit. Der EBITDA nahm derweil um 18% auf 443 Mio CHF zu, entsprechend einer 2,2 Prozentpunkte höheren Marge von 21,9%. Während der EBIT um 52% auf 292 Mio stieg, sprang der Reingewinn gar um 75% auf 194 Mio. Lonza profitierte dabei vom Wegfall von Restrukturierungskosten in Höhe von 45 Mio CHF, die im Vorjahr negativ zu Buche geschlagen hatten.

Auf vergleichbarer Basis - das heisst die Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen des Konzernumbaus ausgeklammert - stieg der sogenannte "Kern-EBIT" um 20% auf 312 Mio CHF und der "Kern-Reingewinn" um 27% auf 211 Mio. Mit diesen Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten durchs Band übertroffen.

STARKE SPARTE PHARMA&BIOTECH

Zum starken Wachstum im ersten Halbjahr trug vor allem die kleinere, aber margenträchtigere Sparte Pharma&Biotech bei. Diese stellt pharmazeutische Inhaltsstoffe her. Hier kletterte der Umsatz um 11% auf 838 Mio CHF und der Kern-EBIT gar um 36% auf 159 Mio. Lonza nennt eine starke Dynamik im Geschäft für Säugetierzellkulturen, eine generell solide Marktnachfrage und die Kostendisziplin als Treiber des Wachstums.

Auch das grössere Segment Specialty Ingredients, das unter anderem Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel oder Kosmetikprodukte, Rostschutz- oder Holzkonservierungsmittel herstellt, leistete laut Lonza einen positiven Beitrag. Der Umsatz stieg um 3,0% auf 1,17 Mrd CHF und der operative Gewinn um knapp 13% auf 194 Mio.

Im genannten Segment mit Feinchemikalien hätten lediglich die Geschäfte in den Bereichen Agrochemie und Futtermittel eine schwächere Nachfrage verzeichnet. Dies sei jedoch von den anderen hochspezialisierten Geschäften überkompensiert worden.

Auch zu den beiden Sorgekindern aus der Vergangenheit äusserte sich Lonza: Wood Protection habe "erheblich" zu den Ergebnissen beigetragen und Water Treatment habe - verglichen mit der Vorjahresperiode - ein "gutes" Ergebnis erzielt.

FÜR AKQUISITIONEN BEREIT

Lonza hat in den letzten Jahren die Verschuldung kontinuierlich reduziert und sich so für eine mögliche Übernahme fit gemacht. Per Mitte 2016 stand die Nettoverschuldung noch bei 1,51 Mrd CHF, was einem Verschuldungsgrad von 0,73 und einem Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis von 1,77x entsprich. Das Unternehmen ist somit wieder für Akquisitionen bereit.

"Ich bin zuversichtlich, dass es wieder zu Übernahmen durch die Lonza kommen wird", sagte Konzernchef Richard Ridinger am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. "Der Radarschirm ist an und wir haben Ziele evaluiert", erklärte er. Auf der Suche sei Lonza vor allem im Bereich Healthcare, verriet der Lonza-Chef, um sogleich anzufügen, dass er sich zum heutigen Zeitpunkt nicht weiter zu dem Thema äussern werde. "Man weiss aber nie, ob ein Projekt auch realisiert werden kann", schob er lediglich hinterher.

HÖHERE GUIDANCE

Lonza erhöht nun die Prognose für das Gesamtjahr. Neu erwartet das Unternehmen, dass der von ihr ausgewiesene Kern-EBIT zweistellig wächst, bisher hatte Lonza ein Plus von mehr als 5% angepeilt. Dieses Ziel hatte Lonza bereits im vergangenen Jahr deutlich übertroffen. Zudem werde der starke Cash Flow die Nettoverschuldung bis zum Jahresende weiter signifikant reduzieren.

Bestätigt wird auch der mittelfristige Ausblick für 2018. Bis zum genannten Jahr soll sich der "Kern-EBITDA" der Marke von 1 Mrd CHF annähern und das Umsatzwachstum soll bis dahin durchschnittlich im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich pro Jahr liegen. Ausserdem strebt Lonza im Jahr 2018 einen KERN-RONOA von 20% an. Allerdings lag der Wert im ersten Halbjahr 2016 bereits bei 20,3%.

ra/rw

(AWP)