Lonza wächst stark im ersten Semester und hebt Prognose etwas an

(Meldung ausgebaut) - Der Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer Lonza ist in der ersten Jahreshälfte 2018 nicht zuletzt dank einer Grossakquisition erneut kräftig gewachsen. Vor allem das Segment Pharma&Biotech legte deutlich zu, bei den Chemieprodukten harzten hingegen einige Bereiche. Trotzdem setzt Lonza die Messlatte für das laufende Jahr etwas höher.
25.07.2018 08:16

Von Januar bis Juni 2018 steigerte Lonza den Umsatz um 33 Prozent auf 3,08 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Davon blieben 519 Millionen Franken als Betriebsgewinn (EBIT), das sind gar 41,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wesentlich dazu beigetragen hat die vor einem Jahr für 5,5 Milliarden Dollar gekaufte US-Firma Capsugel, ein Hersteller von medizinischen Kapseln. Den Zukauf ausgeklammert wären bei Lonza der Umsatz um 8,2 Prozent und der operative Gewinn um 12,4 Prozent gestiegen.

Daneben weist Lonza die um Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen bereinigten Zahlen aus: Der sogenannte "Kern-EBIT" stieg um 42 Prozent auf 626 Millionen Franken und der "Kern-EBITDA" um 40,7 Prozent auf 802 Millionen. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 26,0 Prozent.

Unter dem Strich stand ein Reingewinn von 405 Millionen Franken zu Buche, ein Plus von 78 Prozent. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Lonza die Schätzungen der Analysten übertroffen.

Starke Pharma-Sparte

Das Glanzstück bei Lonza ist und bleibt das Segment Pharma&Biotech, das unter anderem Pharmakonzerne mit Wirkstoffen für Medikamente beliefert. Hier kletterten die Verkäufe um mehr als 50 Prozent auf 1,56 Milliarden Franken und der Kern-EBIT um 62 Prozent auf 425 Millionen.

Auch ohne die zugekaufte Capsugel wäre der Umsatz des Segments um 14,7 und der Betriebsgewinn um fast 30 Prozent gestiegen, hielt Lonza fest. Die Nachfrage nach Dienstleistungen sei weiterhin stark und zuletzt habe man weitere Aufträge gewonnen.

Das Segment Specialty Ingredients, das unter anderem Inhaltsstoffe für Nahrungsmittel oder Kosmetikprodukte, Rostschutz- oder Holzkonservierungsmittel herstellt, leistete ebenfalls einen positiven Beitrag. Stark schnitten laut Lonza die im Gesundheitsbereich tätigen Geschäfte ab. Die reiferen und zyklischen Teile des Portfolios, wie etwa Grundstoffe und Zwischenprodukte, hätten das Segmentsergebnis hingegen negativ beeinflusst.

In Zahlen ausgedrückt steigerten die Specialty Ingredients den Umsatz um knapp 20 Prozent auf 1,50 Milliarden Franken - ohne Capsugel wären es aber nur plus 2,5 Prozent gewesen. Und der operative Gewinn stieg um 17 Prozent auf 254 Millionen, die zugekaufte US-Firma ausgerechnet wäre der Überschuss aber um 5,2 Prozent gesunken.

Prognose angehoben

Aufgrund der guten Ergebnisse im ersten Semester hat Lonza die Umsatzprognose für 2018 auf ein mittleres bis neu hohes einstelliges Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis angehoben, also Capsugel ausgerechnet. Und die Kern-EBITDA-Marge für das Gesamtjahr dürfte mit den für das erste Halbjahr Semester ausgewiesenen 26 Prozent vergleichbar sein.

In Kraft bleiben die Vorgaben für das Jahr 2022. Bis zum genannten Jahr will Lonza den Umsatz auf 7,5 Milliarden Franken steigern und die Kern-EBITDA Marge auf 30 Prozent. Neu will Lonza zudem bis zum genannten Jahr eine Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) im zweistelligen Bereich ausweisen.

ra/rw

(AWP)