LUKB im Halbjahr mit leichtem Gewinnrückgang - Höhere Kosten für Strategie

(Meldung durchgehend ergänzt)
23.08.2016 08:47

Luzern (awp) - Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat im ersten Halbjahr trotz einem verbesserten Zinsengeschäft einen tieferen Gewinn erzielt als im Vorjahr. Der Grund waren vor allem gestiegene Kosten wegen der Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie "2020@LUKB", die nicht zuletzt Initiativen für die Digitalisierung enthält. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank aber unverändert einen Konzerngewinn auf Vorjahresniveau.

Der Geschäftserfolg für die ersten sechs Monate 2016 lag mit 100,4 Mio CHF um 2,2% unter dem Vorjahresergebnis, wie den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der LUKB zu entnehmen ist. Nach einer Auflösung von Reserven für allgemeine Bankrisiken von 3,5 Mio CHF - in gleicher Höhe wie im Vorjahr - resultierte ein um 2,4% tieferer Konzerngewinn von 89,1 Mio CHF.

TIEFERE ZINSABSICHERUNGSKOSTEN

Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, konnte die Kantonalbank von einer Ausweitung des Ausleihungsvolumens aber auch von rückläufigen Absicherungskosten, von Einnahmen aus Negativzinsen sowie von weiterhin tiefen Wertberichtigungen profitieren. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft lag um 4,2% höher bei 154,6 Mio CHF.

Dagegen erlebte die LUKB einen klaren Rückgang beim Kommissions- und Dienstleistungserfolg (-7,2% auf 39,7 Mio CHF). Das Institut bekam dabei die anhaltend zurückhaltende Stimmung der Anleger zu spüren. Viele Kunden verfügten weiterhin über "teilweise hohe Cash-Bestände" und wickelten relativ wenige Wertschriftentransaktionen ab. Einen noch stärkeren Rückgang gab es beim Handelserfolg (-13% auf 13,4 Mio) nach dem ausserordentlich hohen Resultat der Vorjahresperiode.

HÖHERER PERSONALBESTAND

Der Geschäftsaufwand stieg von Januar bis Juni dagegen insgesamt um 2,4% auf 106,0 Mio CHF an. Dabei belastete vor allem eine Erhöhung des Personalaufwands (+2,9%). Die LUKB baute den Personalbestand im Zusammenhang mit ihrer Strategie "2020@LUKB" um rund 20 Stellen auf knapp 964 Vollzeitstellen aus.

Auch im zweiten Halbjahr dürften der Personalbestand und damit auch die Personalkosten steigen, hiesst es in der Mitteilung. Aber auch der Sachaufwand fiel gegenüber dem Vorjahr höher aus (+1,8%). Die Cost-Income Ratio verschlechterte sich damit etwas auf 48,7% (Gesamtjahr 2015: 47,8%).

UNATTRAKTIVE KUNDENEINLAGEN

Die Bilanzsumme der Kantonalbank erhöhte sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2015 mit einem Plus von 2,9% auf 34,2 Mrd CHF. Die Kundenausleihungen stiegen um 3,1% auf 26,3 Mrd, wobei das Wachstum der Hypothekarforderungen alleine bei 2,3% lag.

Der Bank flossen von Januar bis Juni Nettoneugelder im Umfang von 290 Mio CHF zu, vor Jahresfrist waren es noch 361 Mio CHF gewesen. Allerdings habe das Thema Nettoneugeld angesichts des Negativzinszumfelds "an Attraktivität verloren", so die Bank - man wolle bei den Kundeneinlagen nur bedingt wachsen. Angestrebt wird dagegen ein Wachstum bei den Wertschriften- und Treuhandanlagen, die im ersten Semester um 563 Mio CHF anstiegen. Die gesamten von der LUKB betreuten Kundenvermögen stiegen um 1,6% auf 27,2 Mrd CHF.

CROWDBANKING-INITIATIVEN

Über die Fortschritte bei der Strategie "2020@LUKB" für den Zeitraum 2016 bis 2020 zeigen sich die Verantwortlichen in der Mitteilung "erfreut." So ist im April das Leistungskonzept "Immobilienbank" lanciert worden, das auf professionelle Immobilieninvestoren aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz abzielt.

Zudem hat die Bank im Rahmen der Digitalisierungsstrategie verschiedene "Crowdbanking"-Initiativen gestartet, darunter die "Crowdvoting-Plattform "crowders.ch", die Crowdfunding-Plattofrm "funders.ch" und die Beteiligung an der Immobilienplattform "crowdhouse.ch". Parallel zur Digitalisierungsstragie wolle die Bank aber auch in das Geschäftsstellen-Netz investieren, heisst es.

VOLATILES MARKTUMFELD

Für das zweite Halbjahr 2016 erwartet die LUKB ein volatiles Marktumfeld. Bei einer weiteren Zunahme der Bruttozinserträge aber auch bei höheren Kosten gehen die Verantwortlichen weiterhin für das Gesamtjahr 2016 von einem Konzerngewinn auf Niveau des Vorjahres (180,1 Mio CHF Konzerngewinn) aus.

tp/ra

(AWP)