Hublot-Biver: «Das Schlimmste dürfte überstanden sein»

Jean-Claude Biver, Leiter der Uhrensparte beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH, ist optimistisch, was die weitere Entwicklung der Schweizer Uhrenbranche betrifft.
13.01.2017 07:34
Jean-Claude Biver leitet den Uhrenbereich des französischen Luxusgüterherstellers LVMH.
Jean-Claude Biver leitet den Uhrenbereich des französischen Luxusgüterherstellers LVMH.
Bild: Heinz Dahinden

"Das Schlimmste dürfte überstanden sein", sagt er der "NZZ" (Ausgabe vom 13.01.) im Interview. "Ich bin zuversichtlich, weil sich die Geschäftslage in China und Amerika verbessert hat."

Die US-Wahlen seien vorbei und der Brexit sei für die Konsumstimmung bislang nicht schlimm gewesen. "Das ist alles positiv für die Stimmung und dürfte den Konsum stimulieren", glaubt Biver. Er weist aber auch daraufhin, dass der Einbruch der Uhrenexporte in den vergangenen knapp zwei Jahren nicht allein der unsicheren Stimmung zuzuschreiben sei, die Uhrenhersteller hätten auch Fehler gemacht.

So sei beispielsweise Ware an Juweliere und Händler verkauft worden, ohne zu kontrollieren, ob diese auch wirklich an den Endkunden verkauft worden sei. Dadurch habe es einen Rückstau und volle Lager bei den Händlern gegeben. Das zweite Problem laut Biver war, dass Schweizer Uhren vor allem mit der Aufwertung des Schweizer Frankens im Ausland immer teurer geworden sind.

Sehr gut läuft derweil der Absatz von TAG Heuer-Uhren. Die Marke blicke 2016 umsatzmässig auf das beste Jahr seit der Gründung im Jahr 1860 zurück, so Biver ohne konkrete Zahlen zu nennen. Ein Erfolg ist die im vergangenen Jahr lancierte Smartwatch von TAG Heuer, von der bislang 56'000 statt den ursprünglich angepeilten 20'000 verkauft worden seien. "Dieses Jahr planen wir, 150'000 Stück zu verkaufen."

Die TAG Heuer Connected habe im letzten Jahr auch bereits schwarze Zahlen geschrieben. "Ab einer Stückzahl von 100'000 werden wir eine relativ komfortable Margensituation haben, ähnlich jener der traditionellen Uhren", sagte Biver. Ab diesem Frühling wird in La Chaux-de-Fonds eine Montagestrasse eröffnet, wo die Mikroprozessoren für die Smartwatch zusammengebaut werden. TAG Heuer habe vom Technologiepartner Intel die Zertifizierung erhalten, womit die Uhr einen weiteren Schritt hin zum "Swiss made"-Label macht.

(AWP)