M&A-Aktivitäten bei Schweizer KMU im ersten Halbjahr zunehmend

Zürich (awp) - KMU bleiben die Haupttreiber des Schweizer M&A-Marktes. Zwar nehmen inländische Übernahmen ab, die Akquise im und aus dem Ausland gewinnt aber deutlich an Attraktivität, wie das Beratungsunternehmen Deloitte in einer am Mittwoch publizierten Studie schreibt.
13.07.2016 10:39

In den ersten sechs Monaten waren KMU laut der Studie an 86% der Übernahmetranskationen beteiligt. Zudem ist der Schweizer M&A-Markt allgemein im Aufwind. Im ersten Halbjahr waren KMU in insgesamt 97 Transaktionen involviert. Dies entspricht einem Anstieg von 8% im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund des weiterhin unsicheren Marktumfelds dürfte gemäss Deloitte die M&A-Aktivität bis zum Ende des Jahres aber volatil bleiben.

Primär die Anzahl Outbound-Transaktionen haben das erste Halbjahr 2016 geprägt und verzeichneten einen deutlichen Anstieg. Die Übernahme eines ausländischen Unternehmens durch ein Schweizer KMU machen insgesamt 37 Transaktionen aus, was einem Anstieg von 16% gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 entspricht, so Deloitte.

"Wir beobachten eine Zunahme der Akquisitionen von Schweizer KMU im Ausland. Entscheidender Faktor dafür ist die anhaltende Frankenstärke," sagt Pierrik Roy, Studienleiter und Direktor bei Deloitte. "Jetzt wo viele KMU den Währungsschock verdaut haben und eine solide Finanzierung aufweisen können, ist ihr Appetit für strategisch attraktive Zukäufe im Ausland grösser geworden und sie ergreifen die sich bietenden Gelegenheiten."

Über die Hälfte aller Transaktionen (62%) galten einem Expansionsziel in Westeuropa, wobei Deutschland mit 9 Transkationen der beliebteste Zielmarkt ausmachte, gefolgt von den USA mit 8 Transkationen. Doch auch Schweizer KMU stehen im Interesse ausländischer Investoren. Trotz starkem Franken ist die Anzahl an Inbound-Transaktionen - die Übernahme eines schweizerischen KMU durch ein ausländisches Unternehmen - gegenüber dem Vorjahr um 20% gestiegen.

Hauptsächlich französische Unternehmen waren im ersten Halbjahr 2016 auf dem Inbound-Markt aktiv und vollzogen insgesamt 11 Transaktionen, was 30% der Gesamtaktivität ausmacht. Auf die Franzosen folgen Grossbritannien, Deutschland und die USA.

"Schweizer KMU sind äusserst attraktive strategische Investitionen für ausländische Unternehmen. Zurzeit beobachten wir eine steigende und anhaltende Nachfrage nach Schweizer KMU von Seiten chinesischer Unternehmen," sagt Roy. "Gleichzeitig sehen wir aber auch ein erhöhtes Interesse von Private-Equity-Fonds, die über viel Liquidität verfügen und nach Anlage-Gelegenheiten suchen."

Einen leichten Rückgang von 9% verzeichnete hingegen die inländische M&A-Aktivität. Ausschlaggebend dafür sei, dass viele Schweizer Unternehmen zurzeit stärker darauf ausgerichtet sind, ihre Aktivitäten im Ausland auszuweiten und jene auf dem Schweizer Markt zu konsolidieren, und daher Outbound-Transaktionen bevorzugen.

sta/cf

(AWP)