Machtkampf mit Investor/Grammer: Auftragseingang im ersten Quartal halbiert

Der Autozulieferer Grammer muss im Zuge des Machtkampfes mit dem Investor Hastor einen massiven Auftragsschwund verkraften. "Im ersten Quartal haben sich unsere Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert", sagte Grammer-Aufsichtsratschef Klaus Probst der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Donnerstag. Grammer fehlten im ersten Quartal Aufträge im Wert von 300 Millionen Euro über die gesamte Produktlaufzeit, erklärte er. Die Nachholeffekte seien dabei begrenzt, da Termine für die Serienanläufe eingehalten werden müssten.
18.05.2017 07:42

"Meine Einschätzung ist, dass der Einstieg der Familie Hastor Grammer und vielleicht sogar Prevent die Zukunft kostet", sagte Probst dem Magazin. "Ich sehe eine Katastrophe auf Grammer zukommen", ergänzte er. Hauptproblem: Das Verhältnis der Hastors zum grössten Grammer-Kunden Volkswagen ist gestört, weil die Hastor-Firmengruppe Prevent die Bänder bei VW in Wolfsburg und Emden im vergangenen August mit einem Lieferstopp zum Stillstand gebracht hatte. Bei Grammer halten die Hastors 20 bis 25 Prozent der Aktien und wollen nun Vorstandschef Hartmut Müller ablösen und den Aufsichtsrat mit eigenen Leuten besetzen. Die Entscheidung soll auf der Hauptversammlung am 24. Mai in Amberg fallen.

Zünglein an der Waage könnte der chinesische Konzern Ningbo Jifeng sein, der sich kürzlich rund elf Prozent an Grammer gesichert hatte. Dadurch sinkt der Einfluss der Hastor-Familie tendenziell. Zuletzt konnte Grammer vor dem Oberlandesgericht Nürnberg auch einen wichtigen Etappensieg vor der Hauptversammlung für sich verbuchen. Demzufolge muss Grammer unter anderem keine ausserordentliche Hauptversammlung einberufen./jha/stb

(AWP)