Markt: Syngenta verlieren deutlich - Gerüchte über ChemChina-Fusion mit Sinochem

Zürich (awp) - Die Aktien von Syngenta sind am Freitag im frühen Handel deutlich unter Druck. Laut Agenturberichten soll die Käuferin ChemChina mit der ebenfalls staatseigenen Sinochem-Gruppe fusionieren. Was das allenfalls für die Übernahme von Syngenta bedeuten könnte, ist unklar. Der Schweizer Agrochemiekonzern kommentiert die Gerüchte nicht, wie eine Sprecherin gegenüber AWP sagte.
14.10.2016 10:18

Syngenta verlieren gegen 9.45 Uhr 2,0% auf 412,20 CHF bei überdurchschnittlichen Handelsvolumen. Der Gesamtmarkt (SMI: +0,7%) tendiert gleichzeitig klar fester.

Die Führungen der beiden chinesischen Staatsunternehmen hätten sich zu Beginn dieser Woche getroffen, um einen potenziellen Zusammenschluss zu diskutieren, berichtet Reuters unter Berufung auf "mit der Sache vertraute Personen". Damit würde der chinesische Staat einen Chemie-, Düngemittel- und Ölkonzern mit einem Jahresumsatz von fast 100 Mrd USD schaffen. Der Plan stehe im Zusammenhang mit Bestrebungen der chinesischen Regierung, die Zahl der Staatsbetriebe zu senken.

Zudem verweist das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" mit Bezug auf publizierte Geschäftsberichte und interne Quellen abermals auf die angespannte Finanzlage von ChemChina. Die komplexe Finanzierungsregelung, wie sie vorgesehen sei, werfe die Frage auf, ob ChemChina wirklich fähig sei, Syngenta zu kaufen und zu absorbieren, heisst es.

Am Montag hatte "Caixin" bereits geschrieben, dass ChemChina für die geplante Übernahme der Basler bis zu 15 Mrd USD fehlten. Ein Sprecherin von Syngenta sagte daraufhin, die Brückenfinanzierung für ChemChina sei garantiert und unwiderruflich. ChemChina fahre mit ihrer Finanzierungsstrategie fort. Syngenta, die jüngst sonst nur noch wenig bewegt waren, gingen bereits am Montag mit 1,1% als grösste Verlierer unter den Blue Chips aus dem Handel, zeitweise hatten sie auch dann bereits im Tagesverlauf um bis zu 2% abgegeben.

ys/uh

(AWP)