Markt: Vifor Pharma leiden unter Gewinnmitnahmen nach erhöhtem Ausblick

Für die Aktien von Vifor Pharma geht es am Mittwoch im frühen Handel deutlich abwärts. Nachdem die Aktien im bisherigen Jahresverlauf zu den grössten Gewinnern unter den Blue Chips gehörten, nehmen Investoren die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und den angehobenen Ausblick zum Anlass, ihre jüngsten Gewinne zu versilbern.
08.08.2018 09:46

Gegen 9.25 Uhr fallen die Pharma-Titel um 5,4 Prozent auf 178,80 Franken zurück und sind damit der mit Abstand grösste Verlierer. Ende Juli hatten sie noch bei gut 192 Franken ihr bisheriges Rekordhoch erreicht. Der Gesamtmarkt (SPI) gibt zeitglich um 0,5 Prozent nach.

Die meisten Analysten sehen zwar mehr Licht als Schatten in dem Zahlenwerk. Dennoch heben sie die ein oder andere Schwachstelle hervor, wie etwa die Umsatzentwicklung des Hoffnungsträgers Veltassa. Dieser habe die Umsatzerwartungen in den ersten sechs Monaten nicht erfüllt. Wie Vontobel-Analystin Carla Bänziger schreibt, könnte der Ausblick auf einen erwarteten Jahresumsatz von 90 Millionen US-Dollar auch Zweifel an der längerfristigen Prognose wecken. Bislang hatte Vifor bis 2020 Umsätze von 300 bis 400 Millionen Franken angepeilt.

Analyst Jack Scannell von der UBS bezeichnet den vorliegenden Zahlenkranz als "höchst komplex". Ein überzeugender Absatz mit Mircera und ein vermutlich nicht nachhaltiger Umsatzbeitrag seitens von Cellcept stehe einem enttäuschenden Absatz mit Veltassa gegenüber. Zudem sei das Ergebnis von Währungsgewinnen auf firmenintern vergebene Kredite aufgebläht worden, so der Pharmaanalyst.

Bei der ZKB schreibt Sybille Bischofberger, den erhöhten Ausblick von Vifor habe der Konsens bereits vorweggenommen. So rechnen Analysten im Schnitt mit einem Plus von 16,5 Prozent, schreibt die Expertin weiter. Und auch beim EBITDA rechnen die Experten im Schnitt mit einem Wachstum von 34,1 Prozent, was klar über dem von Vifor ausgegebenen Wachstum von mehr als 25 Prozent liegt.

hr/yr

(AWP)