Markt: Zurich nach durchwachsenem Schlussquartal klar im Minus

Die Aktien der Zurich Insurance zeigen sich am Donnerstag nach einem volatilen Beginn klar im negativen Bereich. Auf den ersten Blick liegt der vom Versicherungskonzern aus Zürich gemeldete Betriebsgewinn (BOP) zwar über den Analystenerwartungen, die Differenz lässt sich allerdings mit einmaligen Faktoren erklären. Die Analysten-Gilde äussert sich grundsätzlich eher positiv zum Ergebnis, wobei der Kursrückgang mit fehlenden positiven News, bzw. dem Kursanstieg im letzten Jahr erklärt werden kann.
09.02.2017 10:00

Um 09.45 Uhr notiert die Zurich-Aktie bei hohen Volumen 1,7% tiefer bei 279,20 CHF, dies nachdem der Kurs anfänglich bis 285,70 CHF (+0,6%) gestiegen war. Der Gesamtmarkt (SMI) legt im Gegenzug rund 0,3% zu.

Der operative Gewinnbeitrag im Bereich General Insurance für das Schlussquartal liegt gemäss Analysten am oberen Ende der Erwartungsbandbreite. Noch deutlicher übertrifft Farmers diesbezüglich die Konsensschätzungen. Allerdings habe die US-Tochter von einem einmaligen Gewinn auf Pensionsverpflichtungen profitiert, so lautet der Tenor.

Die ZKB spricht in einem Kommentar von einer insgesamt guten Geschäftsentwicklung, wobei die Erwartungen teilweise etwas übertroffen worden seien (v.a. Gewinnzahlen). Operativ habe sich in allen Bereichen eine gute Entwicklung gezeigt. Einzig die Lebensversicherungs-Sparte habe leicht unter den Erwartungen abgeschnitten, auch wenn die Geschäftsentwicklung dort solide sei.

Die meisten anderen Analysten sprechen mehrheitlich von Zahlen im Rahmen der Erwartungen, wobei etwa bei Kepler oder Baader Helvea die starke Solvenz-Rate von 122% positiv hervorgehoben wird. Etwas weniger optimistisch äussern sich Morgen Stanley und Vontobel. Erstere spricht von einem "anständigen" Ergebnis mit Raum für Verbesserungen, letztere wurde vom Gewinn leicht negativ überrascht, spricht aber von einem "recht positiven" Ausblick, wobei der Weg zu den Ziele 2019 noch weit sei.

Grundsätzlich sehen auch die anderen Analysten eine recht positive Zukunft für Zurich. Die Restrukturierung verlaufe nach Plan, meint die ZKB, und es sei zu erwarten, dass das Unternehmen seine Versprechungen für die kommenden Perioden einhalten werde. Die Dividende von 17 CHF je Aktie wird derweil als grosszügig bezeichnet, birgt aber keinerlei positives Überraschungspotential.

Im Berufshandel erklärt man sich die schon seit Wochen seitwärts gerichtete Kursentwicklung bzw. die aktuellen Abgaben mit dem zuvor überdurchschnittlichen Abschneiden der Zurich-Aktien bzw. dem Ausbleiben von neuen positiven News. Zudem spreche auch das auf den zweiten Blick etwas verhaltene Schlussquartal für eine leicht negative Kursreaktion.

Eine Analystenkonferenz ist wie gewohnt für 13 Uhr vorgesehen.

uh/ra

(AWP)