Merck bleibt auch nach gutem Jahresstart vorsichtig

(Ausführliche Fassung) - Der Pharma- und Chemiekonzern Merck bleibt auch nach einem guten Jahresstart auf dem Boden und setzt sich weiterhin vorsichtige Ziele. So peilen die Darmstädter für das Gesamtjahr moderate Umsatzsteigerungen und ein in etwa stabiles Ergebnis an.
18.05.2017 08:37

Börsianer reagierten am Morgen zunächst zurückhaltend. Ein Händler lobte die Kennziffern und die Jahresziele, sprach aber von bereits sehr hohen Markterwartungen. Im vorbörslichen Handel lag die Aktie im Gleichklang mit dem Gesamtmarkt moderat im Minus.

Merck gibt traditionell zum ersten Quartal einen detaillierteren Ausblick. 2017 peilt der Dax -Konzern einen Umsatz zwischen 15,5 bis 16,0 Milliarden Euro an. 2016 hatte Merck rund 15,02 Milliarden Euro erlöst. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mit 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro in etwa stabil bleiben. der Vorjahreswert lag bei knapp 4,5 Milliarden Euro.

2017 ist ein entscheidendes Jahr für Merck. Der Konzern setzt seine Hoffnungen auf das Krebsmittel Avelumab, das aus einer Kooperation mit Pfizer hervorgegangen ist. Nach mehrjähriger Flaute ohne eigenes neues Medikament auf dem Markt war den Darmstädtern erst vor kurzem der grosse Durchbruch mit zwei Zulassungen für das Mittel in den USA gelungen. Aktuell lässt der Konzern Avelumab noch bei mehr als 15 Tumorarten untersuchen. Merck-Lenker Stefan Oschmann hatte daher bereits im März steigende Forschungsaufwendungen in Aussicht gestellt.

Der Start ins neue Jahr gelang mit einem Umsatz- und Ergebnisplus. Wachstumstreiber waren insbesondere das Gesundheits- und das Laborgeschäft. Dagegen lief es bei den Flüssigkristallen nicht ganz so rund. Wegen des Preisdrucks musste Merck hier sinkende Ergebnisse hinnehmen und verlor Marktanteile.

Von Januar bis März kletterten die Erlöse konzernweit auf 3,86 Milliarden Euro nach knapp 3,67 Milliarden Euro im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) zog im ersten Quartal auf 1,24 Milliarden Euro an - hier hatte Merck ein Jahr zuvor 1,08 Milliarden Euro verbucht. Die Erwartungen der Analysten wurden damit in etwa getroffen.

Allerdings schmolz der Überschuss von 591 Millionen Euro auf nunmehr 521 Millionen Euro zusammen. Dies hänge massgeblich mit einem Sondergewinn aus dem Vorjahr zusammen, als Merck die Rechte an dem Stoffwechselmittel Kuvan an die US-Gesellschaft BioMarin Pharmaceutical zurückgegeben hatte./tav/nas/stb

(AWP)