Merck hofft durch organisatorischen Umbau auf bessere Wachstumchancen

(Ausführliche Fassung) - Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will seine Wachstumsperspektiven durch den Umbau seiner Organisationsstruktur stärken. Hierzu prüft das Dax-Unternehmen aus Darmstadt, seine drei Geschäftsbereiche in eigene Tochtergesellschaften einzubringen. Wie ein Sprecher am Dienstag erläuterte, sollen die Gesellschaften dabei unter dem Dach der aktuellen Rechtsform der Merck Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bleiben. Eine Dachgesellschaft und eine Ausgliederung der angestrebten Töchter seien nicht geplant.
16.05.2017 14:31

Merck will seine Umbaupläne in weiten Teilen im kommenden Jahr umsetzen, allerdings befinden sich die Planungen noch in einem frühen Stadium und stehen noch unter Vorbehalt. Auch müssten die Aktionäre auf der Hauptversammlung im Mai 2018 dem Transfer der Mitarbeiter in die neuen Gesellschaften zustimmen, sagte der Sprecher. An der Börse sorgte die Nachricht kaum für Bewegung, zuletzt notierte die Aktie nahezu unverändert bei 113,20 Euro.

Merck hofft durch den Umbau "von den globalen Wachstumschancen der drei Geschäfte langfristig bestmöglich profitieren zu können". Die Konzernzentrale werde indes am Standort Darmstadt bleiben, wo Merck mehr als 10 000 Mitarbeiter beschäftigt. "Jetzt, in einer Situation, in der es Merck sehr gut geht, wollen wir den Standort strategisch für weiteres Wachstum in den drei Geschäften vorbereiten. Das bedingt, dass wir ihn besser mit den anderen Teilen unserer gewachsenen Merck-Welt verbinden", sagte Konzernlenker Stefan Oschmann laut Mitteilung.

Hierzu sollen auch die IT-gestützten Planungs- und Steuerungssysteme (ERP) neu aufgesetzt werden. Gab es bislang ein historisch gewachsenes System für alle drei Bereiche, sollen künftig die Laborsparte, das Pharmageschäft und die Materialsparte eigene "massgeschneiderte" Systeme bekommen. Die ERP-Systeme seien bislang in erster Linie für die Anforderungen am Standort Darmstadt optimiert gewesen, unterstützten die weltweiten Bedürfnisse der Unternehmensbereiche aber nur noch bedingt, hiess es./tav/stw/stb

(AWP)