Messenger Line verzögert Börsengang nach Markt-Turbulenzen

TOKIO (awp international) - Die Folgen der Brexit-Entscheidung bringen den bisher grössten Tech-Börsengang des Jahres aus dem Tritt. Der Kurzmitteilungsdienst Line verschob die Bekanntgabe der Preisspanne für seine Aktienplatzierung um einen Tag auf Dienstag. Grund seien die aktuellen Börsen-Turbulenzen, teilte das aus Japan stammende Unternehmen am Montag mit. Als Termin für den Börsengang werde allerdings zunächst weiterhin Mitte Juli angepeilt. Die Firma, die dem südkoreanischen Internet-Konzern Naver gehört, will dabei rund 113 Milliarden Yen einnehmen (aktuell knapp eine Milliarde Euro).
27.06.2016 12:03

Line hat nach jüngsten Zahlen von Ende März rund 218 Millionen aktive Nutzer im Monat. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Japan, Thailand, Taiwan und Indonesien. Weltweit wird der Messenger-Markt vor allem von Facebook beherrscht: WhatsApp kommt auf eine Milliarde Nutzer und der Facebook Messenger auf 900 Millionen. Line setzte früh auf Spiele, Musik und andere Multimedia-Inhalte wie bunte animierte Sticker, die man verschicken kann. Facebook sprang auf den Trend in seinem Messenger auf, während sich WhatsApp eher schnörkellos auf Kern-Funktionen beschränkt. Auch Apple will künftig bei seiner SMS-Alternative iMessage stärker auf Emoji und Sticker setzen./so/DP/stb

(AWP)