Messerattacke auf Urlauber in Ägypten - Womöglich Deutsche getötet

In Ägypten sind bei einer Messerattacke in einer Hotelanlage in dem beliebten Urlaubsort Hurghada am Roten Meer zwei Touristinnen getötet worden. Das Auswärtige Amt in Berlin schliesst nicht aus, dass dabei auch Deutsche ums Leben gekommen sind. "Gewissheit haben wir darüber noch nicht", teilte ein Sprecher am Abend mit. Bei dem Angriff seien mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden.
14.07.2017 19:55

"Diese feige und niederträchtige Tat, die sich gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die einfach nur eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten, verurteilen wir auf das Schärfste", erklärte der Sprecher in Berlin weiter. "Wir trauern mit den Familien der Opfer und hoffen, dass alle, die bei dem Angriff verletzt worden sind, rasch und vollständig wieder gesund werden." Die Botschaft in Kairo stehe im engsten Kontakt zu den ägyptischen Behörden und arbeite daran, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen.

Der Angreifer sei mit dem Messer an den Strand geschwommen und habe dann mehrere Urlauber damit attackiert, teilte das ägyptische Innenministerium auf seiner offiziellen Facebookseite mit. Der Angreifer sei festgenommen worden. Sein Motiv war zunächst unklar.

Die ägyptische Nachrichtenseite "Al-Masry al-Youm" berichtete, dass es sich bei den Toten um zwei Touristinnen aus der Ukraine handeln soll. Die Verletzten kämen demnach unter anderem aus Tschechien und Armenien. Die Agentur Interfax sprach mit Verweis auf das russische Konsulat von einer verletzten russischen Touristin. Das ägyptische Innenministerium hatte zunächst von insgesamt sechs Verletzten unterschiedlicher Nationalität gesprochen.

Hurghada ist neben Scharm el Scheich das grösste ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Seit den 1980er Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden. Die Ferienregion ist auch bei deutschen Urlaubern beliebt. Bekannt ist der Badeort vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt. Hurghada gilt daher als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer überhaupt. Auch Windsurfen, Segeln und Hochseeangeln werden angeboten.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes besteht in Ägypten landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese könnten sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten. Bei Reisen nach Ägypten, einschliesslich der Touristengebiete am Roten Meer, werde deswegen generell zu Vorsicht geraten.

Ausserdem wurden am Freitag in der Nähe von Kairo fünf Polizisten bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt getötet. Maskierte Angreifer hätten die Polizisten am Morgen in der Provinz Gizeh in Al-Badraschein rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo beschossen, hiess es aus Sicherheitskreisen. Zwei Polizisten und drei Rekruten seien getötet worden. Zunächst bekannte sich niemand zu diesem Angriff.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Jahr 2013 kommt es in Ägypten immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte./sus/DP/mis

(AWP)