Metall Zug erzielt leichtes Wachstum - EBIT durch Investitionen belastet

(Ausführliche Fassung) - Die Industriegruppe Metall Zug hat im ersten Halbjahr 2017 den Umsatz gesteigert. Die hohen laufenden Investitionen in verschiedene Projekte der drei Unternehmensbereiche hat jedoch das Betriebsergebnis belastet und auch im Gesamtjahr wird nun mit einem leichten Rückgang gerechnet. Dank des guten Finanzergebnisses konnte der Konzerngewinn jedoch deutlich erhöht werden.
21.08.2017 09:35

Der Umsatz stieg brutto um 0,9% auf 445 Mio CHF, wobei sich das organische Wachstum in Lokalwährungen auf 0,3% belief. Die Akquisitionen trugen +0,8% und der Währungseffekt -0,2% zur Entwicklung bei, wie das Unternehmen am Montag mitteilt.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT sank hingegen um rund 11% auf 28,2 Mio CHF und die entsprechende Marge ging auf 6,3% von 7,2% zurück. Die operative Rentabilität sei durch Investitionen belastet gewesen. Dazu zählen laut Unternehmen etwa die Erneuerung der Produktionsanlagen und der Strukturen, die Digitalisierung der Prozesse und der Produkte sowie Vorbereitungsarbeiten für den Technologiecluster Zug.

Dank eines hohen Finanzergebnisses von 14,4 Mio (VJ 0,6 Mio) resultierte unter dem Strich ein um 41% höherer Reingewinn von 33,8 Mio. Die Performance der Wertschriftenanlagen sei hierfür hauptverantwortlich gewesen, schreibt Metall Zug weiter. Die Summe der Wertschriften in der Bilanz stieg per Mitte Jahr auf 298,7 Mio, verglichen mit 284,2 Mio per Ende 2016.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Metall Zug die Vorgaben der Analysten beim Umsatz leicht übertroffen, beim EBIT klar verfehlt und beim Reingewinn genau getroffen.

HAUSHALTAPPARATE MIT UMSATZRÜCKGANG - INVESTITIONEN IN ZUG

Im Geschäftsbereich Haushaltapparate (u.a. V-Zug) ging der Umsatz um 3,7% auf 275 Mio CHF zurück. Die Division habe ihren Marktanteil im rückläufigen Schweizer Heimmarkt weiter ausgebaut. Die Entwicklung in den internationalen Märkten sei uneinheitlich gewesen, heisst es weiter.

Der EBIT sank um 19% auf 26,5 Mio CHF. Als Grund für den überproportionalen Rückgang werden substanzielle Aufwendungen genannt, mit denen organisches Wachstum erzielt werden soll. Metall Zug investiert etwa in ein neues Produktions-, Montage- und Entwicklungsgebäude (Mistral) auf dem Stammareal der V-ZUG. Zudem führt das Unternehmen neue Systeme zum Enterprise- und Service-Management ein, wodurch bestehende Teilsysteme abgelöst werden sollen, wie es heisst. Damit werde die Voraussetzungen für die durchgängige digitale Transformation geschaffen.

V-Zug hat im Juni das Baugesuch für die neue Produktionshalle eingereicht. Mit der Planung für das Stammareal soll die Produktionskapazität verdoppelt werden, bei gleichzeitiger Reduktion des Grundflächenbedarfs auf einen Drittel, wie es heisst. Die freiwerdenden Flächen sollen für das geplante "Technologiecluster Zug" genutzt werden. Derzeit laufe die Untersuchung der Bodenbelastungen, deren Ergebnisse nicht vor dem Spätherbst vorliegen werden. Die Auswirkungen auf bereits laufende Bauvorhaben und allfällige Folgekosten könnten erst nach diesem Zeitpunkt abgeschätzt werden, betont das Unternehmen.

INFECTION CONTROL VERRINGERT VERLUST

Der Bereich Infection Control (Belimed) steigerte dem Umsatz um 5,2% auf 87,3 Mio CHF und verringerte den Verlust auf Stufe EBIT auf 10,1 Mio von zuvor 13,0 Mio. Die Verlagerung der Produktion nach Slowenien sei planmässig verlaufen und wurde abgeschlossen. Hohe Ressourcen habe eine routinemässig durchgeführte Inspektion der US-Gesundheitsbehörde FDA bei Belimed in Zug erfordert sowie die SAP-Einführung in Grosuplje (Slowenien). Dies habe die erzielten Fortschritte bei der Profitabilität überdeckt, heisst es weiter.

Im Teilsement Medical habe sich der Auftragseingang in den vergangenen Monaten erfreulich entwickelt. Das Segment Life Science liege unter den Erwartungen. Hier werde die Restrukturierung länger als geplant dauern und zusätzliche, mit Kosten verbundene Optimierungen erfordern.

WIRE PROCESSING MIT DEUTLICHEM WACHSTUM - STRUKTURAUFBAU BELASTET ERGEBNIS

Weiter gewachsen ist Wire Processing (Schleuniger) mit einem Umsatzplus von 14% auf 84 Mio CHF. Aus Akquisitionen stammen 4,4 Prozentpunkte des Wachstums. Der EBIT ging jedoch auch hier um 6,9% auf 11,1 Mio zurück. Die tiefere Rentabilität hänge direkt mit dem laufenden Strukturaufbau zusammen, schreibt Metall Zug. Damit werde dem langjährigen Wachstum Rechnung getragen.

EBIT LEICHT UNTER VORJAHR ERWARTET - FINANZERGEBNIS VON MARKTENTWICKLUNG ABHÄNGIG

Beim Ausblick auf das laufende Jahr ist das Management nun etwas pessimistischer als noch im März. Gegenüber dem Vorjahr wird ein "leicht tieferes Betriebsergebnis" (EBIT VJ 94,1 Mio CHF) erwartet, nachdem zuvor noch ein Wert "im Rahmen des Vorjahres" prognostiziert wurde. Das Erreichen der Prognose bedinge ein saisonal stärkeres zweites Halbjahr, was durch den guten Auftragsbestand per Mitte Jahr unterstützt werde. Das Finanzergebnis hänge von der weiteren Entwicklung der Finanzmärkte und der Währungskurse ab, betont das Unternehmen.

yr/cf

(AWP)