Metro macht im Gesamtjahr weniger Umsatz und hofft auf Weihnachten

(Ausführliche Fassung)
19.10.2016 13:37

DÜSSELDORF (awp international) - Die Metro hat ihr letztes Geschäftsjahr als Mischkonzern mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Vor allem der schwache russische Rubel bremste das Unternehmen, das kurz vor der Aufspaltung in zwei unabhängige, börsennotierte Gesellschaften steht. Schon bald sollen Lebensmittel- und Elektronikhandel (Media Markt und Saturn) getrennte Wege gehen.

Die Vorbereitungen für diesen "nächsten konsequenten Schritt der Transformation" schritten planmässig voran, sagte Vorstandschef Olaf Koch am Mittwoch bei der Vorlage vorläufiger Umsatzzahlen. Vergangenen Monat hatte der Aufsichtsrat grünes Licht für die Zerschlagung gegeben, die die einzelnen Metro-Töchter schlagkräftiger machen soll. Guter Dinge ist der Konzernchef zudem für das bald startende Weihnachtsgeschäft. Dafür sei Metro gut gerüstet, sagte er.

In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 setzte Metro 58,4 Milliarden Euro um und damit 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Ungünstige Währungseffekte wie der schwache russische Rubel, aber auch der Verkauf von Unternehmensteilen oder Standortschliessungen wirkten sich negativ aus. Auf gleicher Fläche legten die Erlöse hingegen leicht zu - dies hatte Metro auch so prognostiziert. Die im MDax notierte Aktie stieg bis zum Mittag um ein knappes Prozent auf 27,55 Euro.

Als Wachstumstreiber nannte Koch den Onlinehandel und das Geschäft mit der Belieferung von Kunden. Beide Geschäftsfelder baut Metro durch Zukäufe aus. Noch in diesem Jahr soll die Übernahme des französischen Lebensmittellieferanten Pro a Pro abgeschlossen werden. Darüber hinaus hat sich Metro vor kurzem an einem Technik-Start-Up beteiligt, das Privatkunden oder kleinere Betriebe bei Technikfragen berät.

Den meisten Umsatz machte Metro erneut mit der Grosshandelssparte Cash & Carry, deren Erlöse im Gesamtjahr allerdings währungsbedingt und durch den Verkauf des Vietnam-Geschäfts um 2,3 Prozent auf 29 Milliarden Euro sanken. Im Schlussquartal hielten sich die Umsätze aber stabil. Metro sprach von einer Trendverbesserung in Russland und guten in Geschäften in Deutschland.

Einen für Analysten enttäuschenden Schlussspurt legte die Elektroniktochter Media Saturn hin. Deren Umsatz ging im vierten Quartal auf gleicher Fläche um 2 Prozent zurück, was Metro mit Lieferverzögerungen bei wichtigen Produkten und dem Umbau beim Onlinehändler Redcoon erklärte. Zudem hatte Media Saturn im Vorquartal im Zuge der Fussball-Europameisterschaft viele Fernseher verkauft. Dadurch kamen weniger Verkäufe im vierten Quartal zustande. Im Gesamtjahr schaffte Media Saturn ein kleines Plus von 0,6 Prozent auf knapp 22 Milliarden Euro.

Bei der arg vom Wettbewerb gebeutelten Supermarktkette Real nahmen die Erlöse im Gesamtjahr insbesondere durch Marktschliessungen um 3,3 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro ab. Metro baut die Kette derzeit um. Dazu werden Stellen in der Verwaltung gestrichen, gleichzeitig wird aber mehr Vertriebspersonal eingestellt. Auch die jetzt noch bestehenden 285 Filialen werden aufgemöbelt. Im Sommer hatte sich Real zudem mit den Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Angaben zum Gewinn wird Metro erst bei der Bilanzvorlage Mitte Dezember machen. Der Konzern bestätigte aber seine Prognose, wonach das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) leicht über das Vorjahresniveau steigen soll./she/tos/das

(AWP)