Metro macht im Weihnachtsquartal weniger Gewinn

(Ausführliche Fassung) - Das wichtige Weihnachtsgeschäft war für den vor seiner Aufspaltung stehenden Handelskonzern Metro keine frohe Bescherung. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag zwischen Oktober und Dezember mit 821 Millionen Euro um 0,8 Prozent unter Vorjahresniveau, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Ausschlaggebend war ein schwächeres Grosshandelsgeschäft. Der Umsatz ging wie bereits berichtet um 0,6 Prozent auf 17 Milliarden Euro zurück. Vorstandschef Olaf Koch sprach von einem "herausfordernden Marktumfeld". Insbesondere in Deutschland und Russland verschärfte sich der Wettbewerb.
03.02.2017 10:30

Beim Nettogewinn schlug sich der Verkauf des Geschäfts in Vietnam nieder, der das Vorjahresergebnis aufgepolstert hatte. Dadurch blieb der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn mit 200 Millionen Euro deutlich hinter dem Vorjahresergebnis von 549 Millionen Euro zurück. Ohne den Vietnam-Effekt wäre der Gewinn gestiegen.

Die im MDax notierte Aktie gab nach Handelseröffnung um rund 2,5 Prozent nach. Metro konnte die Analystenschätzungen nicht ganz treffen. Volker Bosse von der Baader Bank hob in einer ersten Einschätzung zudem hervor, dass Metros Ebit nicht nur von den drei Töchtern Cash & Carry, Real und Media-Saturn erzielt wurde, sondern von Immobiliengeschäften profitieren konnte.

Am schwersten wog im ersten Quartal der Ergebnisrückgang im wichtigen Grosshandelsgeschäft. Metro erklärte dies mit Preisnachlässen, die der Konzern in Russland gewähren musste. Zwar erholt sich die Wirtschaft in dem für Metro wichtigen Markt weiter, dafür wird aber die Konkurrenz vor Ort auch stärker.

Der Supermarkttochter Real setzte ebenfalls der Wettbewerb zu. Real muss sich hierzulande gegen grosse Ketten wie Edeka und Rewe aber auch gegen Discounter wie Aldi und Lidl durchsetzen. Marktschliessungen belasteten den Umsatz und führten auch zu weniger Ergebnis. Ihren Gewinn leicht steigern konnte die Elektroniktochter Media-Saturn. Ihr Umsatz stagnierte. Olaf Koch zufolge entzerrt sich das Weihnachtsgeschäft zusehends durch Aktionstage rund um das amerikanische Erntedankfest Thanksgiving. Durch die zu Weihnachten verschenkten Gutscheine verlagern sich zudem immer mehr Einkäufe in den Januar.

Für das Gesamtjahr sieht sich der Konzern auf Kurs, Umsatz und Ergebnis sollen leicht steigen. Am Montag sollen die Aktionäre über die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei unabhängige Gesellschaften abstimmen: einen Lebensmittelspezialisten und eine Gesellschaft für Unterhaltungselektronik. Der Konzern verspricht sich davon grössere Wachstumschancen für die Töchter, zwischen denen es nur wenig Überschneidungen gibt. Die Kosten dafür bezifferte Metro zuletzt auf rund 100 Millionen Euro.

Der Grosshandel sowie die Verbrauchermarktkette Real sollen künftig weiter unter dem Namen Metro firmieren. Daneben soll es eine Gesellschaft für Unterhaltungselektronik namens Ceconomy geben. Die Marken Media Markt, Saturn und Redcoon bleiben erhalten./she/ees/stb

(AWP)