Metro zahlt stabile Dividende und legt im operativen Geschäft zu

(Ausführliche Fassung)
14.12.2016 09:59

DÜSSELDORF (awp international) - Der vor seiner Aufspaltung stehende Handelskonzern Metro bedenkt seine Aktionäre mit einer stabilen Dividende. Wie im Jahr zuvor sollen die Anteilseigner 1 Euro je Stammaktie erhalten, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Derzeit laufen in Düsseldorf die Vorbereitungen für die geplante Teilung der Metro auf Hochtouren. Läuft alles nach Plan und stimmen die Aktionäre zu, dann wird es im kommenden Jahr zwei börsennotierte Handelsunternehmen geben: eines mit dem Schwerpunkt auf Lebensmitteln und eines mit Fokus auf die Unterhaltungselektronik.

Das Ende des Gemischtwarenladens hatte Metro im Frühjahr angekündigt. Der Konzern hofft durch die Trennung agiler und schlagkräftiger zu werden, denn zwischen den Töchtern bestehen nur bedingt Synergien. Weitere Details zur Aufspaltung soll es am Donnerstag geben. Nach der Bilanzvorlage am Mittwoch kletterte die im MDax notierte Aktie am Morgen um gut 5 Prozent in die Höhe und lag damit an der Spitze des Indexes.

WÄHRUNGSEFFEKTE BELASTEN

In dem September abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 hatten einmal mehr ungünstige Währungseffekte der Metro das Lebens schwer gemacht. Um 70 Millionen Euro schmälerten diese das Ergebnis. Besonders traf den Konzern die Schwäche des russischen Rubel. Seine eigenen Vorgaben beim operativen Gewinn konnte Metro dennoch erfüllen. Dank höherer Immobilienverkäufe und Erträgen aus der Ablösung von Pensionsverpflichtungen stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 3 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Dies war mehr als Analysten erwartet hatten.

Unter dem Strich sank jedoch das auf die Anteilseigner entfallende Periodenergebnis von 672 auf 599 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte allerdings der Verkauf der Kaufhof-Warenhäuser an den kanadischen Konzern Hudson's Bay den Gewinn aufgepolstert. Der Umsatz sank wie bereits berichtet um 1,4 Prozent auf 58,4 Milliarden Euro. Auf gleicher Fläche legte er leicht zu.

REAL IN HARTEM WETTBEWERB

Die Rubel-Schwäche belastete vor allem die Grosshandelstochter Metro Cash & Carry. Grosse Hoffnung setzt der Konzern auf das Geschäft mit der Belieferung von Hotels und Restaurants. Um dieses Standbein auszubauen, hatte der Konzern einige Zukäufe gestemmt, zuletzt den des französischen Lebensmittellieferanten Pro a Pro.

Die Supermarktkette Real konnte eine Ergebnisverbesserung erzielen. Günstigere Einkaufskonditionen, die Schliessung unrentabler Standorte sowie die Beilegung des Tarifstreits zahlten sich dem Konzern zufolge aus. Der Umsatz ging aber weiter zurück. Metro pumpt derzeit viel Geld in die Modernisierung der Läden und in mehr Service. Der harte Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel macht Real aber das Leben schwer.

ELEKTRONIKSPARTE LEGT ZU

Bei den Elektronikketten Media Markt und Saturn baute der Konzern das Online-Geschäft weiter aus. Der im Internet erzielte Umsatz erreichte dem Konzern zufolge im abgelaufenen Jahr einen neuen Höchstwert. Insgesamt legte die Tochter leicht zu.

Für das Jahr 2016/17 hat sich Metro weitere Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen. Das wirtschaftliche Umfeld dürfte weiter herausfordernd bleiben, so der Konzern. Die Prognose will Metro noch einmal anpassen, sobald die Teilung des Konzerns wirksam ist. Die Aktionäre sollen darüber am 6. Februar abstimmen./she/mne/fbr

(AWP)