Meyer Burger dämmt Verlust im ersten Semester ein - Ausblick präzisiert

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Solarzulieferer Meyer Burger hat in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Aufträge erhalten, jedoch etwas weniger Umsatz erzielt. Gleichwohl wurde der Reinverlust deutlich eingedämmt. Die Ziele für das Gesamtjahr werden präzisiert, wobei für das zweite Semester eine deutliche Profitabilitätssteigerung in Aussicht gestellt wird.
16.08.2017 08:24

Die Fotovoltaik-Branche befinde sich in einem "Technology-Buy-Cycle", schreibt Meyer Burger im Halbjahresabschluss. Es werde in Upgrades bestehender Produktionslinien investiert, und es würden zusätzliche Kapazitäten ausgebaut.

Dies zeigt sich im Auftragseingang des Berner Oberländer Unternehmens. Dieser stieg im ersten Halbjahr um 15% auf 308,5 Mio CHF. Dies sei bei weitem das höchste Bestellungsvolumen, das seit 2011 in einer Halbjahresperiode erzielt wurde, heisst es dazu. Der Auftragsbestand nahm in der Folge markant zu auf 339,1 Mio nach 244,5 Mio CHF Ende 2016.

In Umsatz wurde das höhere Auftragsvolumen aber noch nicht umgemünzt. Diese Kennzahl verringerte sich um 2,5% auf 212,3 Mio CHF.

BEREINIGTE EBITDA-MARGE VO 8,6%

Der operative Gewinn (EBITDA) kam derweil bei 6,9 Mio CHF zu liegen (VJ 6,2 Mio). Exklusive Sondereffekte (u.a. Rückstellungen für Garantieleistungen, Wertberichtigungen) hätte ein Wert von 18,4 Mio CHF und eine Marge von 8,6% resultiert, hält die Gesellschaft fest.

Sie verweist insbesondere auf das Sparprogramm, das unter anderem zu 260 Kündigungen und einem Abbau von 243 Vollzeitstellen führte. Die Sparmassnahmen seien per Ende Juni 2017 abgeschlossen worden, heisst es weiter. Es werde jedoch weiter kontinuierlich daran gearbeitet, die Kostenstruktur zu optimieren. Wegen des hohen Auftragseingang sei die Gesellschaft nun aber auch wieder auf zusätzliches Personal angewiesen. Die Zahl der temporären Mitarbeiter wurde daher seit Jahresende 2016 von 80 auf 213 angehoben.

Unter dem Strich blieb das Reinergebnis mit -17,0 Mio CHF negativ, dies nach einem Verlust von 25,6 Mio im Vorjahr. Selbst ohne Sondereffekte hätte ein Verlust (-5,6 Mio) resultiert, räumt das Management ein.

Der operative Cashflow war mit +3,5 Mio CHF weiterhin positiv, wird betont. Dass der Vorjahreswert von +15,4 Mio nicht mehr erreicht wurde, sei primär auf Veränderungen des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen.

Der Halbjahresabschluss von Meyer Burger war mit einigen Unsicherheiten behaftet, entsprechend weit gingen die Prognosen der Analysten auseinander. Die ausgewiesen Zahlen liegen nun allesamt unter den Erwartungen.

EBITDA-MARGE VON >11% IM ZWEITEN HALBJAHR

Für das Gesamtjahr bestätigt das Management grundsätzlich die Ziele, einen Umsatz auf Vorjahresniveau sowie eine deutlich verbesserte Profitabilität zu erreichen. Begründet wird dies mit dem starken Auftragseingang und wesentlichen Auslieferungen, die für November und Dezember vorgesehen seien. Konkret wird nun ein Umsatz in der Grössenordnung von 440 bis 460 Mio CHF und ein EBITDA von rund 30 bis 45 Mio CHF erwartet. Dabei solle die EBITDA-Marge im zweiten Halbjahr auf über 11% steigen, wird prognostiziert.

Beim Reinergebnis werde sich in Zukunft zudem positiv auswirken, dass eine 5%-Obligationenanleihe zurückbezahlt worden sei. Der jährliche Zinsaufwand reduziere sich dadurch um 6,5 Mio CHF, heisst es dazu.

NEUER COO

Ausserdem gibt das Unternehmen einen Wechsel im Management bekannt. Der bisherige Chief Operating Officer (COO) Gunter Erfurt übernimmt die Aufgabe des Chief Technology Officer (CTO). Neuer COO wird per 1. September Daniel Lippuner, der einstige CEO der Saurer Group. Die Funktion des Chief Innovation Officer auf Stufe Geschäftsleitung wird aufgehoben; Dirk Habermann, der diese Aufgabe ausübte, übernimmt nun eine andere Stelle in der Gesellschaft.

rw/cf

(AWP)