Meyer Burger-Gläubiger machen Weg für Rekapitalisierung frei

Zürich (awp) - Die Gläubiger des finanziell angeschlagenen Solarzulieferers Meyer Burger haben den Weg für eine Rekapitalisierung des Unternehmens frei gemacht. Die Wandelobligationäre stimmten am Freitag den beantragten Anpassungen der Bedingungen der im Jahr 2020 fällig werdenden Papiere zu. Dem vorangegangen ist ein personeller Neuanfang bei den Thunern.
25.11.2016 12:00

Gemäss den Beschlüssen entfällt die Möglichkeit eines Verkaufs der Wandelobligation an Meyer Burger per 24. September 2018. Zudem wird der Zinssatz auf 5,5% von 4,0% pro Jahr erhöht, rückwirkend ab dem 24. September 2016, und der Wandelpreis soll von derzeit 11,39 CHF "signifikant" reduziert werden.

Voraussetzung war die Zustimmung einer Zweidrittelmehrheit des im Umlauf befindlichen Kapitals der Wandelanleihe über 100 Mio CHF. An der Versammlung der Wandelanleihegläubiger waren laut Mitteilung von Meyer Burger insgesamt 73,035% des Kapitals vertreten.

Damit sei die erste Bedingung zur Umsetzung des Rekapitalisierungsprogramms erfüllt worden, so Meyer Burger weiter. Nun können die Aktionäre am 2. Dezember über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 160 Mio CHF befinden.

Am Vorabend hatte Meyer Burger mitgeteilt, dass CEO Peter Pauli seinen Chefposten nach 14 Jahren abgibt. Per 1. Januar 2017 übernimmt Hans Brändle, der frühere Chef der Oerlikon-Beschichtungssparte Coating. Auch aus dem Verwaltungsrat scheidet Pauli auf eigenen Wunsch aus.

Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Neuanfang bei Meyer Burger hatten dessen Aktien im Morgenhandel zu deutlichen Avancen verholfen. Bis zu einem Handelsstopp vor Beginn der Gläubigerversammlung legten diese um 7,9% auf 1,78 CHF zu. Der Handel mit den Papieren wird um 12.15 Uhr wieder aufgenommen, wie die Schweizer Börse mitteilte.

ra/cp

(AWP)