Meyer Burger mit erneutem Verlust unter dem Strich - operativ mit Turnaround

(Zusammenfassung) - Meyer Burger hat im Geschäftsjahr 2016 unter dem Strich erneut einen Verlust verzeichnet. Ein deutlicher Umsatzanstieg führte jedoch auf operativer Ebene zu einer höheren Profitabilität und einem positiven Ergebnis auf Stufe EBITDA. Im laufenden Jahr soll die Profitabilität bei stabilem Umsatz weiter steigen.
22.03.2017 13:33

"Die schnellstmögliche Rückkehr zur Profitabilität bleibt für uns das Hauptziel", sagte CEO Hans Brändle an seiner ersten Bilanzmedienkonferenz als Meyer Burger-Chef am Mittwoch. "Alle Voraussetzungen für Erfolg sind vorhanden." Das starke Umsatzwachstum von 40% habe die Basis gelegt, um auf Stufe EBITDA 2016 den Turnaround zu schaffen. "Das war ein Wendepunkt und eine wichtiger Meilenstein", fügte CFO Michel Hirschi hinzu.

Der Reinverlust belief sich auf 97,1 Mio CHF nach einem Minus von 169,0 Mio im Vorjahr. Betriebsgewinn, Umsatz und Auftragseingang waren bereits bekannt. Erstmals seit 2011 resultierte ein positiver EBITDA in Höhe von 10,5 Mio (VJ -55,9 Mio). Darin sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strukturprogramm in Höhe von 3,5 Mio enthalten. Auf Stufe EBIT wurde erneut ein Verlust in Höhe von 44,4 Mio verzeichnet (VJ -128,7 Mio).

SCHLIESSUNG DMT BELASTET MIT 11,9 MIO

Die Einstellung der Geschäftsaktivitäten der US-Tochtergesellschaft Diamond Materials Tech (DMT) belastet das Konzernergebnis mit Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen von insgesamt 11,9 Mio CHF. Ab der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen die operativen Kosten annualisiert um rund 10 Mio CHF entlastet werden. Von der Schliessung des Werks in Colorado Springs sind 72 Arbeitsplätzen betroffen.

Der Umsatz von Meyer Burger wuchs um 40% auf 453,1 Mio CHF und der Bestellungseingang um 8,9% auf 455,6 Mio. Der Auftragsbestand per Ende Jahr belief sich auf 244,5 Mio (VJ 257,5 Mio). Beim Bestellungseingang sei insbesondere eine anhaltend starke Nachfrage nach Upgrade-Technologien zu spüren gewesen. Im Segment Photovoltaik konnten nebst diversen kleineren und mittleren Aufträgen verschiedene grössere Aufträge gewonnen werden.

OPERATIVE CASHFLOW LEICHT POSITIV

Der operative Cashflow war mit 2,6 Mio CHF (VJ -51,9 Mio) positiv, während aus der Investitionstätigkeit ein Minus von 9,0 Mio (VJ -11,7 Mio) resultierte. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf CHF +151,5 Mio (VJ -2,0 Mio). Durch die Kapitalerhöhung im Dezember 2016 erhielt das Unternehmen netto 155,1 Mio an flüssigen Mitteln.

Meyer Burger hatte Ende 2016 ein Rekapitalisierungsprogramm durchgeführt, das sich aus Änderungen an einer Wandelanleihe, einer Kapitalerhöhung und der Verlängerung von Bankkrediten zusammensetzte. Die Bilanzsumme wuchs auf 629,9 Mio CHF von 572,3 Mio vor Jahresfrist. Die Eigenkapitalquote betrug per Ende Jahr 37,2% und wird sich nach Rückzahlung der Obligationenanleihe im Mai weiter erhöhen.

UMSATZ AUF VORJAHRESNIVEAU ERWARTET - HÖHERE PROFITABILITÄT

Für das Gesamtjahr zeigt sich das Management zuversichtlich. Man habe sich einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine deutliche Verbesserung der Profitabilität zum Ziel gesetzt, betonte der CEO. "Die ersten zwei Monate 2017 haben einen sehr erfreulichen Auftragseingang gezeigt."

Der langfristig positive Trend in der Solarenergie bleibe bestehen. "Der Endkundenmarkt wird in den kommenden Jahren um mindestens 20% pro Jahr wachsen", ist Brändle überzeugt. Gleichzeitig bleibe der Druck auf die Modulpreise hoch, höher als die erzielte Senkung der Produktionskosten. "Die Antwort der Solarindustrie ist die Ecomony of Scale." Die dafür nötigen Investitionen kämen dem Geschäft von Meyer Burger zugute.

Die Meyer Burger-Aktien reagieren verhalten auf die Zahlen und geben in einem negativem Gesamtmarkt (SPI -0,62%) 2,4% ab. Die Analysten werten den Umsatzausblick als verhalten. Die laufenden Strukturanpassungen sollten aber längerfristig zu einer höheren Profitabilität führen.

yr/cf

(AWP)