Meyer Burger verbucht 2016 Reinverlust von 97,1 Mio CHF

(Ausführliche Fassung) - Meyer Burger hat im Geschäftsjahr 2016 unter dem Strich erneut einen Verlust hinnehmen müssen. Ein deutlicher Umsatzanstieg führte jedoch auf operativer Ebene zu einer höhere Profitabilität und einem positiven Erbebnis auf Stufe EBITDA. Damit habe sich hier der Turnaround bestätigt, schreibt das Unternehmen am Mittwoch. Im laufenden Jahr soll die Profitabilität bei stabilem Umsatz weiter steigen.
22.03.2017 07:50

Der Reinverlust betrug 97,1 Mio CHF nach einem Fehlbetrag von 169,0 Mio im Vorjahr. Bereits Anfang März hatte das Unternehmen vorläufige Angaben zum Betriebsgewinn, Umsatz und Auftragseingang gemacht. Nach den definitiven Zahlen resultierte erstmals seit 2011 ein positiver EBITDA in Höhe von 10,5 Mio CHF nach einem Fehlbetrag von 55,9 Mio im Vorjahr. Darin sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strukturprogramm in Höhe von 3,5 Mio enthalten. Auf Stufe EBIT wurde erneut ein Verlust in Höhe von 44,4 Mio verzeichnet, nach zuvor -128,7 Mio.

SCHLIESSUNG DMT BELASTET MIT 11,9 MIO

Das Konzernergebnis enthält einmalige Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen von insgesamt 11,9 Mio CHF verursacht durch die Einstellung der Geschäftsaktivitäten bei der US-Tochtergesellschaft Diamond Materials Tech (DMT). Von der bereits angekündigten Schliessung des US-Werks in Colorado Springs sind 72 Arbeitsplätzen betroffen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2017 soll der Schritt die operativen Kosten annualisiert um rund 10 Mio CHF entlasten.

Der Umsatz stieg um 40% auf 453,1 Mio CHF und der Bestellungseingang um 8,9% auf 455,6 Mio. Der Auftragsbestand per Ende Jahr belief sich auf 244,5 Mio (VJ 257,5 Mio). Beim Bestellungseingang sei insbesondere eine anhaltend starke Nachfrage nach Upgrade-Technologien zu spüren gewesen. Im Segment Photovoltaik konnten nebst diversen kleineren und mittleren Aufträgen verschiedene grössere Aufträge gewonnen werden.

OPERATIVE CASHFLOW LEICHT POSITIV

Der operative Cashflow war mit 2,6 Mio CHF (VJ -51,9 Mio) positiv, während aus der Investitionstätigkeit ein Minus von 9,0 Mio (VJ -11,7 Mio) resultierte. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf CHF +151,5 Mio (VJ -2,0 Mio). Durch die Kapitalerhöhung im Dezember 2016 flossen dem Unternehmen netto 155,1 Mio an flüssigen Mitteln zu.

Meyer Burger hatte im November und Dezember 2016 ein Rekapitalisierungsprogramm durchgeführt, das sich aus Änderungen an einer Wandelanleihe, einer Kapitalerhöhung und der Verlängerung von Bankkrediten zusammensetzte. Dieses wurde im laufenden Monat endgültig und erfolgreich vollzogen. Die Rückzahlung der am 24. Mai 2017 fällig werdenden Obligationenanleihe im Volumen von 130 Mio CHF ist gesichert und werde aus den flüssigen Mitteln erfolgen, schreibt Meyer Burger weiter.

Die Refinanzierung beeinflusste auch die Bilanz. Die Bilanzsumme per 31. Dezember wuchs auf 629,9 Mio CHF von 572,3 Mio vor Jahresfrist. Die Eigenkapitalquote betrug Ende Jahr 37,2% (VJ 30,6%) und wird sich nach Rückzahlung der Obligationenanleihe im Mai weiter erhöhen.

UMSATZ AUF VORJAHRESNIVEAU ERWARTET - HÖHERE PROFITABILITÄT

Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Man habe sich einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine deutliche Verbesserung der Profitabilität zum Ziel gesetzt, heisst es in dem Communiqué.

Der langfristig positive Trend in der Solarenergie bleibe bestehen, schreibt Meyer Burger. Die Kunden müssten neue Investitionen tätigen, um mit den Technologiefortschritten bei der Zell- und Moduleffizienz mitzuhalten und vom hohen Marktwachstum zu profitieren, so die Einschätzung des Unternehmens.

yr/cf

(AWP)