Meyer Burger verkauft nicht PV-bezogenes Diamantdraht-Produktionsgeschäft

(Ergänzt um Marktreaktion und -kommentare) - Der Solarzulieferer Meyer Burger verkauft das nicht PV-bezogene Diamantdraht-Produktionsgeschäft der Diamond Materials Tech Inc (DMT) an die Thermocompact Group. Diese übernimmt das bei DMT verbliebene Geschäft sowie die 25 Mitarbeiter für rund 6 Mio USD in bar, wie Meyer Burger am Montag mitteilt. Der Vollzug der Transaktion ist für Dezember 2017 vorgesehen.
13.11.2017 11:24

Im März dieses Jahres hatte Meyer Burger bereits die Einstellung der Produktion von Diamantdraht bei DMT bekanntgegeben. Sie wurde im ersten Semester geschlossen. Davon betroffen waren 72 Mitarbeitende.

Die Rechnungslegungsvorschriften von Swiss GAAP FER sehen laut der Mitteilung für den Fall einer Veräusserung einer Geschäftseinheit vor, dass der damit verbundene Goodwill über die Erfolgsrechnung rückgeführt wird. Deshalb erwartet Meyer Burger aufgrund des Verkaufs des DMT-Geschäfts einen ausserordentlichen, nicht liquiditätswirksamen Aufwand von 22,5 Mio USD als Goodwill Recycling.

In der Erfolgsrechnung werde dieser Aufwand im ausserordentlichen Ergebnis oberhalb des Ergebnisses vor Steuern berücksichtigt. Das Eigenkapital werde durch die Rückführung des Goodwills nicht beeinträchtigt und das Goodwill Recycling selbst habe auch keinen Einfluss auf die operative Leistung des Unternehmens.

"Mit dem Verkauf haben wir unsere Aktivitäten in Bezug auf Diamantdrahtproduktion in Colorado Springs endgültig abgeschlossen und konnten noch einen gewissen Wert und Cashflow aus dem verbleibenden Geschäft realisieren", wird in der Mitteilung CEO Hans Brändle zitiert.

AKTIEN GESUCHT

Der Markt reagierte am Montagvormittag mit Wohlwollen auf die Nachricht. Bis gegen 10.40 Uhr gewinnen die Aktien von Meyer Burger 0,6% auf 1,61 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,23% höher steht. Der Verkauf des verbleibenden Geschäfts von DMT werde den freien Cashflow 2017 von Meyer Burger positiv beeinflussen, kommentiert Richard Frei von der ZKB. Das damit verbundene Recycling des Goodwills erhöhe den von ihm geschätzten Verlust 2017, habe aber mit dem operativen Geschäft der Gesellschaft nichts zu tun, ergänzt der Experte weiter. Dieser bestätigt seine bisherige Anlageeinstufung Marktgewichten.

Die Anleger seien insgesamt gegenüber Meyer Burger weiterhin vorsichtig eingestellt, heisst es in Händlerkreisen. Der Fokus des Marktes richte sich weiter auf den Bestellungseingang. Damit das Sentiment positiver werde, müssten die Marktteilnehmer mehr Zuversicht gewinnen, dass die neuen Kapazitäts-Investitionen unterwegs seien, heisst es weiter.

cf/sig/cp

(AWP)