Meyer Burger verringert Reinverlust deutlich - Für Ziele 2016 auf Kurs

(Ausführliche Fassung)
17.08.2016 08:48

Thun (awp) - Der Solarzulieferer Meyer Burger hat im ersten Semester 2016 wie Anfang Juli angekündigt einen kleinen operativen Gewinn auf Stufe EBITDA erzielt. Und die Verluste auf Stufe EBIT sowie Reinergebnis wurden immerhin deutlich reduziert. Die lange Zeit flaue Nachfrage nach Ausrüstung für Solarzellenhersteller zieht offenbar wieder an, was sich in den bereits vor einigen Wochen kommunizierten hohen Steigerungsraten vom Umsatz und Bestellungseingang äussert. Das Unternehmen zeigt sich für die für 2016 gesteckten Ziele zuversichtlich.

Der EBITDA belief sich auf 6,2 Mio CHF, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Im Vorjahr hatte auf dieser Stufe noch ein Verlust von 32,7 Mio resultiert. Die deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses sei auf höhere Umsätze sowie auf Kostensenkungen zurückzuführen. Auf Stufe EBIT resultierte indes erneut ein Verlust, auch wenn er sich auf 20,8 von 68,5 Mio markant reduzierte. Hier sind Abschreibungen von insgesamt 27,0 Mio CHF enthalten.

Auch das Reinergebnis blieb mit -25,6 Mio CHF negativ, dies nach einem Verlust von 93,0 Mio im Vorjahr. Das Finanzergebnis war dabei mit -7,9 Mio klar weniger negativ als noch im Vorjahr (-25,3 Mio). Die Veränderung sei grösstenteils auf Bewertungseffekte bei der Stichtagsbewertung von Konzerndarlehen an ausländische Tochtergesellschaften zurückzuführen. Im ersten Semester 2016 hätten diese praktisch keinen Einfluss gehabt, während in der Vorjahresperiode aufgrund der Aufwertung des Schweizer Frankens ein Finanzaufwand an nicht realisierten Wechselkursverlusten von 13,2 Mio enthalten war.

GELDABFLUSS GESTOPPT

Der Geldabfluss wurde trotz des Verlustes gestoppt: Dank eines positiven operativen Cashflows in der Höhe von 15,4 Mio sei ein weiteres wichtiges strategisches Ziel im Turnaround des Gruppe erreicht worden. Im ersten Semester des Vorjahres hatte sich noch ein Geldabfluss von 28,0 Mio CHF ergeben. Die flüssigen Mittel sind damit gegenüber Ende 2015 um gut 12 Mio auf 113,5 Mio CHF angestiegen.

Vor rund fünf Wochen hatte das Unternehmen auch bereits Angaben zum Umsatz und zum Auftragseingang im ersten Semester geliefert. Der Umsatz stieg demnach um 75% auf 217,8 Mio CHF, wie am Mittwoch präzisiert wird, und der Auftragseingang um 20% auf 267,8 Mio. Bereinigt um leicht positive Währungseffekte und die Devestition der Roth&Rau-Gesellschaften belief sich das organische Umsatzwachstum auf einer vergleichbaren Basis bei 84%.

Die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,23. Der Auftragsbestand von 307,4 Mio bilde eine gute Basis für die Erreichung des Umsatzziels im zweiten Semester, heisst es. Die deutliche Erhöhung des Auftragseingangs sei eine Fortsetzung des Trends, der sich bereits 2015 abgezeichnete habe und widerspiegle vor allem die hohe Nachfrage diverser Wafer- und Solarzellenhersteller und ihr Bedürfnis nach Upgrades für die bestehenden Produktionslinien sowie nach gänzlich neuen Produktionskapazitäten.

Insgesamt habe sich die Basis des Geschäfts ohne die Grossaufträge mit einer durchschnittlichen monatlichen Run-rate von 29 Mio CHF gegenüber der Vorjahresperiode um 23% erhöht.

MIT ZIELEN FÜR 2016 AUF KURS

Das Refinanzierungsprojekt der im Jahr 2017 fälligen Obligationenanleihe sei in vollem Gange, so Meyer Burger weiter. Derzeit würden konkret diverse Alternativen bearbeitet und intensive Gespräche mit den relevanten Parteien geführt. Sobald die Gespräche und Verhandlungen abgeschlossen seien, werde darüber informiert.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr 2016 heisst es, dass man dank des guten Auftragseingangs und -bestands sowie der deutlichen Ergebnisverbesserungen im ersten Semester auf Kurs sei, die Zielsetzungen für das Gesamtjahr 2016 zu erreichen oder gar zu übertreffen. Meyer Burger nennt hier als Ziele ein "solides" Umsatzwachstum sowie das Erreichen des Breakeven auf EBITDA-Stufe. Im März hiess es mit Blick auf den Umsatz noch, dass ein solcher von rund 400 Mio CHF angestrebt werde.

cf/ys

(AWP)