Migros-Onlinehändler Digitec-Galaxus will hunderte neue Stellen schaffen

Zürich (awp/sda) - Der zur Migros-Gruppe gehörende Onlinehändler Digitec-Galaxus will in den nächsten Jahren hunderte neuer Stellen schaffen. "Wenn wir weiterhin die Nr. 1 der Schweiz sein wollen, brauchen wir viel mehr Ressourcen", sagte der neue Migros-Handelschef Beat Zahnd.
09.12.2016 13:57

Der Antrag, aufzustocken, sei von der Migros-Spitze bewilligt worden, sagte Zahnd bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Freitag vor den Medien in Zürich. Zahlen wollte er auf Anfrage keine nennen, nur so viel: es werde eine namhafte Zahl zusätzlicher Stellen sein.

Konkreter wurde Digitec-Galaxus-Chef Florian Teuteberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda: Das Ziel sei ein Personalbestand von deutlich über 1000 Stellen in den nächsten Jahren. Derzeit hat Digitec-Galaxus 832 Mitarbeiter.

Es sei das Ziel, einen sehr grossen Beitrag für die digitale Transformation der Migros-Gruppe leisten, sagte Zahnd, der Anfang September sein neues Amt als Chef des Departement Handel des Migros Genossenschaftsbundes (MGB) angetreten hat. Zuvor war er Chef der Migros-Genossenschaft Aare gewesen.

In seinem Departement Handel hat Zahnd zwölf Firmen unter sich: Denner, Digitec-Galaxus, Depot, Ex Libris, Le Shop, M-Way und Iba, Globus, Office World, Migrol, Migrolino, Probike und Sharoo.

ONLINEHANDEL IMMER WICHTIGER

Der Detailhandel sei im Umbruch, sagte Zahnd: "Der Frankenschock ist nicht verdaut." So seien beispielsweise im Textilbereich die Preise in den letzten vier Jahren durchschnittlich um bis zu einem Viertel gesunken. "Dass das nicht einfach so wieder aufgeholt werden kann, versteht sich von selber", sagte Zahnd.

Denn der Onlinehandel werde immer wichtiger. Und die Konkurrenz sitze nicht nur in der Schweiz. "Wir wollen mit den international Besten mithalten können", sagte Zahnd. Deshalb müsse man viel fitter werden.

Der Veränderungsdruck sei gross. "Vieles bröckelt so stark ab, dass neue Lösungen gesucht werden müssen." So dürften beispielsweise bei Ex Libris die Umsätze mit Musik, Filmen und Computerspielen in den Läden in den nächsten Jahren auf unter 15 Prozent vom Gesamtumsatz sinken.

Das sei logisch. Auch er sei ein Nutzer der Streamingdienste Spotify und Netflix, sagte Zahnd. Die Online- und Offline-Welt sollen stärker verzahnt werden.

Wo genau er den Hebel ansetzt, wollte Zahnd noch nicht bekannt geben. Man habe 33 Massnahmen beschlossen, die nun umgesetzt würden. Es gebe Orte, wo man optimieren könne. An anderen Orten werde man stark wachsen. "Und es gibt Unternehmen, bei denen wir uns neu ausrichten müssen." Man werde zu gegebener Zeit informieren.

(AWP)