Mikron erwirtschaftet 2016 klar mehr Gewinn - Machining bleibt Sorgenkind

(Zusammenfassung) - Der Maschinenhersteller Mikron hat im Geschäftsjahr 2016 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Von den beiden Sparten hat indes lediglich Automation ein positives Betriebsergebnis erzielt, wogegen Machining den Verlust gegenüber dem Vorjahr noch ausbaute. Nach wie vor leidet die Sparte unter einer hohen Volatilität im Auftragseingang. Im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Unternehmen vorsichtig.
16.03.2017 14:53

Der Umsatz erhöhte sich um 12% auf 256,0 Mio CHF, wogegen der Bestellungseingang um 7,9% auf 243,6 Mio zurückging, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Entsprechend reduzierte sich auch der Auftragsbestand im Jahresverlauf wieder. Dieser lag per Ende Jahr noch bei 122,9 Mio, per Ende Juni 2016 waren es 139,5 Mio und per Ende des Vorjahres 142,9 Mio.

"Der Rückgang des Auftragseingangs beunruhigt uns stark", sagte dazu Finanzchef Martin Blom an der Bilanzmedienkonferenz. Die unveränderte Dividende zeige indes die grundsätzliche Zuversicht des Verwaltungsrats. Um das für 2017 angestrebte Umsatzwachstum zu erreichen, müsse man bereits früh im Jahr namhafte neue Aufträge gewinnen, fügte CEO Bruno Cathomen an. Potentielle Kundenprojekte seien zwar vorhanden, die Visibilität bleibe aber gering, begründete er seine vorsichtige Haltung.

MACHINING BLEIBT SORGENKIND

Die Umsatzentwicklung profitierte vom guten Auftragsbestand zu Jahresbeginn sowie von der steigenden Nachfrage im Service- und Werkzeuggeschäft. Beide Geschäftssegmente haben dabei den Umsatz gesteigert, wobei der Anstieg bei Mikron Automation (+21%) viel ausgeprägter war als bei Mikron Machining (+2%). Für Automation wird der höhere Umsatzanstieg mit dem guten Auftragsbestand zu Jahresbeginn begründet sowie mit dem "erfreulichen" Bestellungseingang.

Allerdings habe das Segment Automation nicht vollumfänglich vom höheren Umsatz profitiert, da die Projektmargen weiter unter Druck gestanden und einzelne Spitzenlasten zu Ineffizienzen geführt hätten, hiess es. Zudem waren per Jahresende mehrere komplexe und risikobehaftete Projekte in Ausführung, was entsprechend buchhalterisch berücksichtigt werden musste.

Das Sorgenkind innerhalb der Gruppe bleibt die Division Machining. Dieser hat die volatile Nachfrage deutlich zu schaffen gemacht. Teilweise war die Auslastung der Produktionskapazitäten ungenügend, was zu den angekündigten Personalmassnahmen geführt hat. Diese Schwankungen im Auftragseingang und die Auslastungsprobleme schlugen sich auch im Ergebnis von Machining nieder, so erhöhte sich der Verlust auf Stufe EBIT auf 5,2 Mio CHF, nach 4,3 Mio im Vorjahr. Automation verzeichnete dagegen einen positiven EBIT von 7,5 Mio CHF, was eine EBIT-Marge von 5,4% ergab.

GEWINN VERDOPPELT - DIVIDENDE STABIL

Auf Konzernebene kletterte der EBIT dank dem deutlich höheren Gewinn bei Automation nach dem schwachen Vorjahr um 64% auf 4,1 Mio CHF nach oben, während sich der Reingewinn auf 2,3 Mio etwas mehr als verdoppelte. Als Dividende soll ein gegenüber dem Vorjahr unveränderter Betrag von 5 Rappen je Aktie ausbezahlt werden.

Mit Blick nach vorne bezeichnete Cathomen die Aussichten auf mittlere und längere Sicht als generell positiv. Für das laufende Geschäftsjahr 2017 zeigt sich das Unternehmen mit Aussagen und Prognosen aber eher zurückhaltend. So wurde für 2017 ein bescheidenes Umsatzwachstum sowie ein leicht verbesserter EBIT in Aussicht gestellt.

Als Übergangsjahr wollte CEO Bruno Cathomen das Jahr dennoch nicht verstanden wissen, wie er an der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag gegenüber AWP erklärte. Dafür seien die Aussichten für die Division Automation zu gut. Für die Division Machining erwartet er für die kommenden Monate aber eine weiterhin ungenügende Auslastung und keine Rückkehr in die Gewinnzone bereits im laufenden Jahr.

An der Börse fallen die Aktien mit dem geringen Freefloat von gut 34% mit einem Plus von 0,5% in einem freundlichen Gesamtmarkt nicht weiter auf.

cf/cp

(AWP)